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Steinmeier Dr. Plagiat

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sieht sich Plagiatsvorwürfen wegen seiner Doktorarbeit ausgesetzt. Hat Steinmeier auch abgekupfert?

 

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sieht sich Plagiatsvorwürfen wegen seiner Doktorarbeit ausgesetzt. Wie das Nachrichtenmagazin FOCUS berichtet, hat der Münsteraner Hochschullehrer Uwe Kamenz bei der Universität Gießen eine Überprüfung der 1991 eingereichten Promotion angeregt. Kamenz schrieb der Universität, aufgrund einer Computer-Analyse habe er „umfangreiche Plagiatsindizien gefunden“. Diese wiesen „mit hoher Wahrscheinlichkeit auf vorhandene Plagiate“ hin, zitiert FOCUS aus Kamenz’ Mail. „Somit sind die Voraussetzungen für ein Überprüfungs- und ggf. Entzugsverfahren des Doktortitels an Ihrer Fakultät gegeben.“

Die Mail sowie den 279 Seiten dicken Prüfbericht schickte Kamenz auch an Steinmeiers Bundestagsbüro. Der SPD-Politiker sprach auf FOCUS-Anfrage von einem „absurden Vorwurf“. Eine Sprecherin der Universität Gießen sagte, die Hochschule wolle am Montag über das weitere Vorgehen entscheiden. Steinmeier erklärte: „Sollte sich die Uni Gießen zu einer Überprüfung entschließen, sehe ich dem Ergebnis mit großer Gelassenheit entgegen.“ 

Die Computersoftware von Kamenz hat nach dessen Angaben Steinmeiers Arbeit mit 95 Quellen verglichen und an mehr als 500 Stellen problematische Übereinstimmungen registriert. FOCUS zufolge wurden 60 Passagen als „Verschleierung“ gewertet. Dabei werde eine inhaltliche Übereinstimmung mit einer Quelle dokumentiert, tatsächlich aber der komplette Wortlaut abgeschrieben. Kamenz sagte FOCUS: „Die Indizienlage ist vergleichbar mit dem Fall von Ex-Bildungsministerin Annette Schavan.“ Der CDU-Politikerin war ihr Doktortitel im Februar entzogen worden. Sie klagt gegen die Entscheidung der Universität Düsseldorf.

Der Berliner Jura-Professor Gerhard Dannemann, der sich eine Zwischenversion des Prüfberichts ansehen konnte, wertete die bislang festgestellten Verstöße als weniger gravierend als im Fall Schavan. „Erst eine genauere Untersuchung könnte Klarheit schaffen, ob dieser Fall ähnliche Dimensionen erreicht“, sagte Dannemann FOCUS. So würde er einen Großteil der Plagiats-Indizien als „lässliche Sünden“ oder gar unproblematisch einstufen. Er sei aber auch auf drei kritische Passagen gestoßen: „Wenn der Prüfungsbericht hier die Quellen richtig wiedergibt, wären das Verstöße gegen die Zitierregeln, die den Bereich des Tolerierbaren klar überschreiten würden“, sagte Dannemann.

 

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