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SNB ohne Verhüterli

Vor 3 Jahren hat die Schweizer Nationalbank SNB die unglückliche Entscheidung getroffen, den Frankenkurs bei der Grenze 1.20 zu „verteidigen“. Verteidigt wurde damit im Endeffekt der Euro. Die Maßnahme lief von Anfang an auf finanziellen Selbstmord der Schweiz hinaus.

 

Von Rolf von Hohenhau, Taxpayers Association Europe

Ein Bild für die Ausgangslage: Im „Panzerkreuzer Euro“ lenken 19 Narren,  jeder Steuermann des anderen,  völlig berauscht ihr sinkendes Boot über die  Weltmeere und bringen das SNB-Schifflein zum schwanken. Anstatt sofort zu enteilen, kettet sich die SNB an, will sich auf diese Weise helfen. Das konnte nicht gutgehen. Jetzt wurde die Kette vor dem gemeinsamen Untergang gesprengt. Ob noch rechtzeitig, das werden die Ereignisse zeigen.

 

Erst vor Wochen haben wir nochmals eindringlich dargelegt (siehe hier), dass die SNB schon mangels finanzieller Potenz nie in der Lage war, die Probleme der Schweiz mit dem immer schwächer werdenden Euro auf diese unsinnige Weise zu lösen. Wir haben ferner den Schweizern a.a.O. ausdrücklich dazu geraten, beim Goldreferendum mit JA zu stimmen. Der Grund wird jetzt auf bittere Weise ersichtlich: Wenn die SNB schon ab 2011 bei jedem Kauf von Devisen gleichzeitig und  anteilig  20 % Gold hätte erwerben müssen (körperlich!), wäre sie niemals auf die verrückte Idee verfallen, grenzenlos Euro einzukaufen. Jetzt ist das Spiel aus. In der SNB hat sich offensichtlich die Gruppe der „rationalen Nationalisten“ in höchster Not durchgesetzt und dem grausamen Spiel ein Ende bereitet. Eine richtige Entscheidung! Hoffentlich noch rechtzeitig, denn nichts anderes als die Souveränität der Schweiz steht auf des Messers Schneide.

 

Die Devisenreserven der Schweiz belaufen z.Zt. sich auf rund SFR 500 Mrd. (zum Vergleich: Bundeshaushalt der Schweiz SFR 65 Mrd. - ein krasses Missverhältnis). Unterstellt, die Eurodevisen betragen davon  50 % = SFR 250 Mrd. = Euro 208,3  Mrd. bei Kurs 1.20  (Stichtag 15.01.2015, vormittags), dann ist folgendes passiert:

 

Wert gestern: SFR 250,0 Mrd.  (€ 208,3 Mrd. x  1.20 =  SFR 250,0 Mrd.) 

Wert heute:    SFR 212,5 Mrd.  (€ 208,3 Mrd.  x 1,02 =  SFR 212,5 Mrd.)

Verlust:           SFR   37,5 Mrd.

 

Über Nacht hat die SNB damit einen Verlust von SFR 37,5 Mrd. realisiert, mehr als einen halben Bundeshaushalt! Und faule € 250 Mrd. modern weiter unheilvoll im Safe! Das ist die erste Quittung für  3-jährige, völlig unsinnige Euro-Stützungskäufe.

 

Doch das ist nur die Quittung, die Rechnung geht an die Schweizer Bürger, denn diese tragen im Endeffekt den ganzen Verlust. Sie haben über ein halbes Jahr (umsonst) gearbeitet um die Steuern zu erwirtschaften, die die SNB nun sinnlos verblasen hat. Wäre die SNB rechtzeitig an die „Goldene-Kette“ (20 %-Goldzukaufpflicht) gelegt worden, wie dies die Schweizer Goldinitiative gefordert hat, wäre das nicht passiert: Denn die „Goldene Kette“ wäre in diesem Fall das  Verhüterli  gegen verdrehte Anwandlungen unkontrollierter Zentralbanker gewesen. Ohne solchen Schutz ist, wie man weiß und sieht (auch bald spüren wird!),  mit großen Überraschungen zu rechnen.

 

Natürlich vernebelt nun die SNB diese nationale Finanzkatastrophe (samt all ihren absehbaren Folgen!) durch windelweiche Erklärungen im Zehnerpack. Argumente von früher gelten heute aus unerfindlichen Gründen auf einmal nicht mehr oder werden - reichlich dreist - geradezu in ihr Gegenteil verkehrt. Schuld ist niemand, es ist schon gar kein Schaden entstanden! Das übliche Gerede und Verdrehen der Verantwortlichen, wie man es heutzutage schon gewohnt ist. Schuldeingeständnis? Keine Spur! Wir haben zu schlucken,  was kommt.

 

Zu Zeiten des seligen Wilhelm Tell hätte bei einem solchen Verlust der zuständige Schatzmeister die Wahl gehabt: Entweder freiwillig in die erste Schlachtreihe einzurücken oder sich unter das Richtschwert zu beugen.  Doch die Zeiten ändern sich, heute ist man zivilisierter: Herr Thomas Jordan, der Chef der Schweizer Nationalbank, darf wohl bald freiwillig Handgeld und Hut nehmen. Zu Zwecken der Camouflage hält die SNB dafür sicher verschiedene Modelle bereit. Wir sind gespannt.

 

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