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Game over in Shanghai

Irgendwann ist jede Party zu Ende – und beim Shanghai Composite, dem Highflyer des Jahres 2014 mit einem Plus von 53%, scheint sich nun der obligatorische Kater anzubahnen: der...

Markus Fugmann

Irgendwann ist jede Party zu Ende – und beim Shanghai Composite, dem Highflyer des Jahres 2014 mit einem Plus von 53%, scheint sich nun der obligatorische Kater anzubahnen: der Index verlor den vierten Tag in Folge und beschloss den Handel mit -1,6%. Das ist die schlechteste Wochenperformance seit Dezember 2013. Seit Jahresbeginn hat der Index nun, nach einem starken Start, 0,8% verloren

Am Montag der letzten Woche hatte der Index 7,7% verloren, dann aber seine Verluste weitgehend wieder aufgeholt. Das könnte aber diesmal anders sein: die Regulierungsbehörde verstärkt ihre Kontrollen des Margin-Handels – und das ist Gift für einen derart hochgehebelten Markt. So lag der Margin Debt zu Beginn der Woche auf einem neuen Allzeithoch – und genau das mißfällt den Regulierern. Laut Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua wird die Behörde die Margin-Aktivitäten von weiteren 46 Brokern und Banken untersuchen – drei Unternehmen hatten die Regulierer bereits wegen Verstößen gegen Regularien untersagt, in den nächsten Monaten neue Konten zu eröffnen. Demenstprechend waren Aktien und Brokern wieder unter den Hauptverlierern.

Zweiter Auslöser für die schwache Entwicklung des Aktienmarkts ist die Enttäuschung über die chinesische Notenbank People´s Bank of China. Die Notenbank hatte mit 55 Milliarden Yuan weniger Liquidität als erwartet ins Bankensystem gepumpt und zudem die hohen Refinanzierungssätze (7-Tage 3,85%, 28-Tage 4,80%) unverändert belassen – und das in einem Umfeld geringer Liquidität angesichts des bevorstehenden Neujahrsfests. Hauptgrund der sehr vorsichtigen Politik der Notenbank dürfte die Sorge um weitere Abflüsse von Kapital aus dem Reich der Mitte sein – ein Trend, der seit Monaten anhält und im Westen nicht praktisch nicht wahrgenommen wird.

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