Scharf ins Gericht mit der deutschen Presse geht die NZZ. Besonders die Berichterstattung über die Pegida wird kritisiert: "Obwohl die klare Mehrheit der Demonstrationsteilnehmer gewaltfrei und ohne extremistische Forderungen auftrat, herrschte eine Verdachtsberichterstattung, die darauf lauerte, hinter der Fassade den Nazi zu enttarnen."
Die reonnomierte Neue Zürcher Zeitung geht scharf ins Gericht mit er deutschen Medienlandschaft. Wegen tendenziöser und manipulierender Berichterstattung besonders beim Thema "Pegida" dürfe man sich nicht wundern, dass das Wort "Lügenpresse immer lauter gerufen werde und die Enttäuschung über die Medien größer werde. Zweifel an der Glaubwürdigkeit deutscher Medien hätte die Presse selbst verursacht, indem sie tendenziös und manipulierend berichte und in immer größeren Bevölkerungskreisen den "Nazi" suche".
Fazit der NZZ: eigentlich sind die deutschen Medien selbst Schuld an ihrem Ruf. Diese müssten noch etwas dazu lernen in Sachen Meinungsfreiheit. Es schon ziemlich erstaunlich, dass deutsche Medien gewalttätige Gegendemos kritiklos hinnehmen und und bei Pegida dagegen mit Ausgrenzungs- und Abwertungsformeln hantiere, die nichts mehr mit echten Journalismus zu tun haben.
NZZ zur deutschen Lügenpresse:
Verdachtsberichterstattung
Auf das Neue im Erscheinungsbild der Demonstranten, auf ihre unbeholfenen Kommunikationsformen, zu denen lange Zeit auch die bewusste Verweigerung von Medienkontakten gehörte, und auf einige Reizwörter in den Parolen haben die tonangebenden Medien nicht mit ergebnisoffener Recherche, sondern mit gewohnten Reflexen reagiert. Obwohl die klare Mehrheit der Demonstrationsteilnehmer gewaltfrei und ohne extremistische Forderungen auftrat und obwohl gelegentlich sogar entspannt-ironische Verhaltensweisen zu beobachten waren, herrschte eine Verdachtsberichterstattung, die darauf lauerte, hinter der Fassade den Nazi zu enttarnen.
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Gängige Ausgrenzungs- und Abwertungsformeln waren gleich bei der Hand. Da marschierten «brüllende» Verlierer, «die bitteren Greise und die krass schlecht gelaunten Jungen» (Zeit online), verbohrt in «Fremdenfeindschaft», Ausländerhass und Nationalismus, was angesichts der offiziellen Pegida-Forderungen nach kontrollierter Einwanderung und rascherer Ausweisung abgelehnter Asylbewerber schon interpretatorische Kraftakte erforderte. Die Ausforschung der Facebook-Sympathien von Pegida-Anhängern gilt auf Zeit online als Aufklärungsinstrument. Die methodischen Unzulänglichkeiten und der widerwärtige Schnüffelmodus solcher «Enthüllungstools» scheinen niemanden zu stören.
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Die bei einigen Gegendemonstrationen schon rituelle Gewalt nicht nur gegen Sachen wird da als Kollateralschaden bei der Beförderung des Guten gern in Kauf genommen. Die zahlreichen Behinderungen der Pegida-Teilnehmer durch Blockaden ihrer Gegner fand ohnehin kaum jemand kritikbedürftig.
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Der seitenfüllende Abdruck der formelhaften Anti-Pegida-Stellungnahmen von Politikern und Kirchenführern verstärkte noch die Schlagseite der Berichterstattung. Wer als Pegida-Teilnehmer am nächsten Morgen in der Zeitung las, was für eine miese und von allen Rechtschaffenen verachtete Type er doch eigentlich war, wird die Parole «Lügenpresse, halt die Fresse!» bei nächster Gelegenheit vermutlich inbrünstiger gerufen haben.



