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Achtung: Letzter Partyaufruf der EZB an alle Bankvorstände!

Die EZB fängt ab sofort an 60 Milliarden Euro pro Monat in den Markt zu pumpen. Deswegen: Letzter Partyaufruf der EZB an alle Bankvorstände! Wenn Sie einer sind, beachten Sie u...

Von Claudio Kummerfeld

Die EZB fängt ab sofort an 60 Milliarden Euro pro Monat in den Markt zu pumpen. Deswegen: Letzter Partyaufruf der EZB an alle Bankvorstände! Wenn Sie einer sind, beachten Sie unsere nun folgenden (selbstverständlich völlig ernst gemeinten) Partyhinweise.

 

Haben Sie sich noch nicht eingedeckt?

Schade. Wer für eine Party im Vorverkauf kein Ticket erworben hat, und an der Abendkasse auch keins mehr bekommt, hat ein Problem. Sie sollten bereits reichlich europäische Staatsanleihen oder Anleihen von Förderbanken im eigenen Portfolio der Bank haben. Denn die Party hat gestern begonnen und dauert jetzt Nonstop 1 1/2 Jahre. Wenn die Notenbanken durch den EZB-Beschluss Kaufdruck haben, aber am Markt nicht genug Angebot finden, können Sie als Inhaber der Anleihen die Preise raufsetzen, aber so richtig. Verlangen Sie nicht zu wenig – zahlen tut es der Steuerzahler. Gönnen Sie sich von den Gewinnen z.B. einen schönen Extra-Bonus!

Bis September 2016 durchfeiern

Sie haben hoffentlich richtig viele Vorräte angeschafft, so wie jemand, der 1 1/2 Jahre in seinem Partykeller durchfeiert, so können auch sie jetzt durchfeiern, bis September 2016. So lange nämlich fluten die Notenbanken aufgrund des EZB-Beschlusses jeden Monat den Markt mit 60 Milliarden Euro. Alles kann überteuert an die EZB, pardon, die Bundesbank, die Banco de Espana oder sonst irgendeine Notenbank verscherbelt werden. Achten Sie darauf Ihr Verkaufslimit nicht zu niedrig anzusetzen. Denn denken Sie daran: Sie sind der Verkäufer, Sie haben keinen Druck. Der Käufer hat Druck – er muss kaufen, egal was sie aufrufen. Er will, er muss sein Geld loswerden. Also, nehmen Sie einen kräftigen Schluck aus der Pulle.

Haben Sie Bilanzprobleme?

Ist Ihre Bank in Nöten? Haben Sie Bilanzprobleme? Onkel Draghi von der EZB hilft Ihnen. Lassen Sie all Ihre Sorgen hinter sich. Sie haben 1 1/2 Jahre Zeit auf Kosten der Notenbanken ihre kaputte Bilanz aufzupolieren. Verlagern Sie einfach ihre persönliche Inkompetenz in Form von Verlusten rüber zum europäischen Steuerzahler. Verkaufen Sie völlig überteuert Anleihen an Notenbanken, und streichen Sie einen kräftigen Gewinn ein.

Der Partyveranstalter EZB hat eine Bitte

Wie auf jeder Party gibt es auch hier Regeln, also z.B. nicht auf den Teppich kotzen. Bei dieser Party gibt es keine richtige Regel, sondern eher eine nette Bitte des Partyveranstalters EZB: Bitte nehmen Sie das Geld, dass Sie als Verkaufserlös der Anleihen erhalten, und vergeben Sie damit Kredite an Unternehmen aus Ihrer Region, damit diese investieren und Arbeitsplätze schaffen können. Aber keine Angst – dies ist wie gesagt nur eine nette Bitte. Niemand achtet darauf, ob sie das auch wirklich machen, eine Bestrafung oder gar der Rausschmiss von der Party ist nicht vorgesehen. Wir raten: nehmen Sie einfach das Geld, und versuchen Sie irgendwo am Rentenmarkt oder außerbörslich erneut Anleihen zu kaufen, die sie dann wieder überteuert einer europäischen Notenbank anbieten. Wenn das nicht klappt – kein Problem. Die Aktienmärkte steigen und steigen gerade. Pumpen Sie ihr Bargeld in Aktien oder Derivate, läuft gerade alles super!

Lästige Nachfragen

Eventuell erhalten Sie in den nächsten Wochen und Monaten Anrufe von Journalisten oder Bürgern. Man könnte Sie fragen, ob Sie das EZB-Geld aus diesem sogenannten Quantitative Easing (Geldschwemme) auch wirklich als Kredit in die Realwirtschaft gepumpt haben. Unsere Empfehlung: Da es eh keiner nachprüft und sie keine Strafe zu erwarten haben: Antworten Sie einfach mit JA, auch wenn das Geld in Aktien oder Derivate geflossen ist. Oder sonst verweisen Sie einfach auf das Original-Statement der EZB, denn da heißt es ja sogar, dass der Verkaufserlös auch für den Neuerwerb von Vermögenswerten (Anleihen? Aktien? Derivate?) verwendet werden kann. Zitat:
Die EZB wird von im Euroraum ansässigen Zentralstaaten, Emittenten mit Förderauftrag und europäischen Institutionen begebene Anleihen im Sekundärmarkt gegen Zentralbankgeld erwerben. Diese Mittel können die Verkäufer der Wertpapiere zum Erwerb anderer Vermögenswerte und zur Kreditvergabe an die Realwirtschaft verwenden. In beiden Fällen trägt dies zu einer Lockerung der finanziellen Bedingungen bei.

Der letzte Ratschlag für Sie als Bankvorstand: Ihr Image in der Öffentlichkeit ist gerade in diesen Zeiten nicht das Beste. Um was fürs Image zu tun, empfehlen wir: senden Sie eine “Dankeschön”-Postkarte an die EZB in Frankfurt, zu Händen Mario Draghi.

Sie sind kein Bankvorstand, möchten sich aber trotzdem über die Partydetails direkt beim Veranstalter informieren? Lesen Sie hier nette Fragen und nette Antworten direkt beim Partyveranstalter EZB.

Hier die ursprüngliche Pressemeldung zum QE der EZB vom 22.01.2015
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Quelle: Europäische Zentralbank

PS: Ja, tatsächlich handelt es sich bei diesem Artikel um eine Art Satire. Wie in vielen satirischen Beiträgen beinhaltet auch dieser einen Schuss Wahrheit :-)

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