Das Politbüro in Brüssel teilt mit: Die Sanktionspolitik der EU gegenüber Russland ist ein großer Erfolg. - Martin Schulz warnt vor russischer Einflussnahme in der EU. Es scheine bei einem Teil der Europäer die russische Propaganda erfolgreich zu sein.
Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz (SPD), hat die Sanktionspolitik der EU gegenüber Russland als großen Erfolg bezeichnet und die Europäer aufgerufen, sich nicht spalten zu lassen. Schulz sagt der ZEIT: „Das geschlossene Auftreten der EU in der Sanktionsfrage ist in der Tat ein großer außenpolitischer Erfolg, den es in dieser Form vielleicht bisher noch nicht gab.“
Dennoch scheine bei einem Teil der Europäer die russische Propaganda erfolgreich zu sein. „Wir müssen uns dem Versuch Putins, die EU zu spalten und im Innern der EU Einfluss auszuüben, mit allen Mitteln entgegenstellen“, warnt Schulz. Als Beispiel für russische Einflussnahme nennt er den französischen Front National, der Gelder von russischen Banken erhält, und „den einen oder anderen Ministerpräsidenten, der mehr oder weniger offen Putin hofiert“.
Der SPD-Politiker fordert die EU auf, den Ukraine-Konflikt als eine innereuropäische Angelegenheit zu betrachten. „Die USA können dieses Problem nicht lösen“, sagt Schulz. „Ganz im Gegenteil versuchen die Falken, vor allem die republikanische Opposition, es aufzuheizen.“ Der erste Schritt zu einer Beilegung des Konflikts sei es, daraus kein russisch-amerikanisches Thema zu machen, sondern ein europäisches. Dies wäre eine Möglichkeit, so Schulz, „die Putin einen gesichtswahrenden Ausweg erlauben würde. Er könnte dann sagen: „Das ist ein innereuropäisches Problem; die Lösung verhandle ich mit Europa, nicht mit den USA.“



