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Blockupy, Marx und die Zentralbanken

Zentralbanken haben mit Kapitalismus nichts zu tun. "Blockupy" hat sich also den falschen Gegner ausgesucht:  forderten nicht Marx und Engels die Schaffung von Zentralbanken? -  Woran der Sozialismus immer scheitern muss. - Faktencheck: EZB befeuert DAX und US-Dollar - oder? 

 

Von Claus Vogt

Herz versus Hirn oder warum Sie jetzt manches kritisch hinterfragen sollten: eines der besten Bonmots über den Unterschied zwischen Sozialisten und Kapitalisten lautet:

„Wer mit 16 kein Sozialist ist, der hat kein Herz; und wer mit 18 immer noch Sozialist ist, der hat kein Hirn.“

Wie es sich vor diesem Hintergrund mit Journalisten verhält, die „Blockupy“, also den gewaltsamen Protest gegen die Europäische Zentralbank (EZB), als „Kampf gegen den Kapitalismus“ bezeichnen, weiß ich nicht. Allerdings weiß ich, dass die Institution Zentralbank mit Kapitalismus genauso viel gemeinsam hat wie Islamistische Gotteskrieger und das Weltbild der Aufklärung. Also nichts, rein gar nichts.

 

Zentralbanken sind nämlich planwirtschaftliche Fremdkörper in einer Marktwirtschaft. Sie verwalten das staatliche Papiergeldmonopol und verhindern den Preisfindungsmechanismus freier Märkte. Und das ausgerechnet bei dem mit Abstand wichtigsten Preis einer Volkswirtschaft: Dem Preis von Geld und Kapital, das heißt dem Zins.  

 

„Blockupy“ hat sich also den falschen Gegner ausgesucht, denn forderten nicht Marx und Engels die Schaffung von Zentralbanken?  

 

Wenn sich die in den Medien als „Blockupy“ bezeichnete Protestbewegung also tatsächlich gegen den Kapitalismus wendet, dann haben sich die Beteiligten mit der EZB ganz offensichtlich den falschen Gegner ausgesucht. Denn die Nomenklatura der Draghis, Kurodas und Yellens dieser Welt sind lupenreine Planwirtschaftler, die den Markt für Geld durch das Diktat ihrer göttlichen bürokratischen Weisheit ersetzen. Die Erzkommunisten Karl Marx und Friedrich Engels wussten das noch sehr genau. Deshalb forderten sie in ihrem Kommunistischen Manifest unter anderem die Schaffung von Zentralbanken.  

 

Woran der Sozialismus immer scheitern muss  

Geistreicher als mit dem oben zitierten Bonmot, dessen Schöpfer mir leider nicht bekannt ist, kann man die bereits in den 1920er Jahren veröffentlichten ökonomischen Erkenntnisse Ludwig von Mises‘ über das unlösbare Kernproblem einer Planwirtschaft nicht formulieren.

 

Mises erkannte als erster Ökonom die zentrale Bedeutung des Preisfindungsmechanismus freier Märkte für die effiziente Koordination von Nachfrage und Angebot im Zeitablauf. Ohne diesen marktwirtschaftlichen Steuerungsprozess kommt es unweigerlich zu Missverhältnissen zwischen Angebot und Nachfrage. Leere Regale und mangelhafte Produkte bei einem gleichzeitigen Überangebot bestimmter wenig nachgefragter Waren sind die Folge.

 

Der bedauernswerte Zustand, den unsere Freunde in der DDR und anderen sozialistischen Ländern erleben mussten, war also keine Folge mangelnder Arbeitsethik oder schlechter Startbedingungen nach dem Zweiten Weltkrieg. Er war ein zwingendes Ergebnis eines planwirtschaftlichen Wirtschaftssystems, bei dem sozialistische Bürokraten mit der ihnen angeborenen göttlichen Weisheit den Markt ersetzen sollen. So wie es jetzt die Zentralbanker tun.  

 

Faktencheck: EZB befeuert DAX und US-Dollar – oder?  

Es scheint mir, dass Fakten und Faktencheck im Zeitalter der Informationsflut weitgehend aus der Mode gekommen sind. So gilt es beispielsweise als ausgemachte Sache, dass die Anleihenkäufe der EZB zu steigenden Aktienkursen und einem fallenden Eurokurs führen. In der am 24. März 2015 erscheinenden April-Ausgabe meines Börsenbriefes Krisensicher Investieren habe ich mir die Mühe gemacht, auch in Bezug auf diese überall zu hörende Behauptung einen Faktencheck vorzunehmen.

 

Die Ergebnisse dieser beiden Analysen, die wir für Krisensicher Investieren-Leser in grafischer Form leicht nachvollziehbar aufbereitet haben, werden Sie wahrscheinlich in Erstaunen versetzen. Sie zeigen einmal mehr, dass in Zeiten deutlich steigender Kurse nahezu jede Story willkommen ist, mit der die Kursgewinne scheinbar erklärt und – wichtiger noch – extrapoliert werden können.

Nicht umsonst heißt es ja, dass an der Börse gewöhnlich die Kurse die Nachrichten machen und nicht die Nachrichten die Kurse.  

Krisensicher Investieren -  Claus Vogts und Roland Leuschels Börsenbrief

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