Der Wahnsinn mit der Zeitumstellung geht weiter, obwohl laut Umfragen fast alle Menschen dagegen sind. Doch Brüssel diktiert bekanntlich alles - auch die Zeit. Dabei ist die Mär vom Energiesparen längst widerlegt. Trotzdem halten Politiker daran fest.
Sommerzeit? Winterzeit? Heute Nacht wird die Uhr um eine Stunde vorgestellt. Das heißt: aus 2 wird 3 Uhr. Damit heißt es morgen: eine Stunde früher aufstehen. Diese Zeitmanipulation ist eine Qual für Mensch und Tier. Aber die Brüsseler Bürokraten halten stur dran fest. Also ab morgen dann wieder Sommerzeit.
Mehrheit gegen Zeitumstellung
Mit 73 Prozent sind knapp drei Viertel der Bundesbürger laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit gegen die Zeitumstellung. Damit stieg die Zahl derjenigen, die die Zeitumstellung für überflüssig halten und für ihre Abschaffung plädieren, gegenüber dem Jahr 2013 um drei Prozentpunkte. Drei von zehn Befragten hatten infolge der Zeitumstellung schon einmal Probleme. Im vergangenen Jahr waren die Auswirkungen auch in Unternehmen und Betrieben spürbar: Laut DAK-Statistik gingen an den drei Tagen nach der Umstellung 15 Prozent mehr Krankmeldungen ein als an vergleichbaren Werktagen. In Deutschland wurde die Sommerzeit im Jahr 1980 eingeführt, um das Tageslicht besser zu nutzen und so Energie zu sparen. Doch das ist längst widerlegt.
Energiesparen?
"Die Zeitumstellung spart so gut wie keine Energie. Die Stromversorger können bereits seit Jahren keine Sparwirkung durch den Dreh am Zeiger erkennen." Das erklärte Eberhard Meller, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), in Berlin zur Umstellung von Sommer- auf Winterzeit.
Die unnötige Zeitverschiebung hat dagegen bei vielen Menschen gesundheitliche Auswirkungen: So belegen zum Beispiel Studien, dass besonders in den ersten Tagen nach der Zeitumstellung das Unfallrisiko steigt. Mediziner erklären das mit der Umstellung des individuellen Biorhythmus und hormonellen Schwankungen, die sich in der Regel erst nach ein bis zwei Wochen normalisieren. In dieser Zeit ist mit Schlafstörungen bzw. Schlaflosigkeit und damit einhergehender Müdigkeit sowie Konzentrationsschwäche zu rechnen. Auch eine Zunahme bei Depressionen wird berichtet.
In Sachen Stromverbrauch halte sich immer noch der Irrglaube, dass die Zeitumstellung Energie spare. Dies sei das Ziel bei der gesamtdeutschen Einführung 1980 gewesen. "Das ist jedoch nicht der Fall. So wird abends zwar weniger Strom für die Beleuchtung verbraucht, dafür werden morgens aber die Heizungen höher gestellt", erläutert der VDEW. Da Licht nach VDEW-Angaben aber nur etwa ein Prozent des Stromverbrauchs ausmacht und Energiesparlampen immer weiter verbreitet sind, sinke der ohnehin geringe Lichtspareffekt am Abend weiter. „Durch das veränderte Freizeitverhalten der Menschen am Abend kann sogar mehr Energie verbraucht werden".



