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Was die Geschäftszahlen für die Deutsche Bank-Aktie bedeuten!

Lieber Leser,

was würden Sie als Chef Ihren Eignern sagen, wenn das Geschäft im Vorjahr einfach nur sauschlecht war? Sie versuchen von den miesen Zahlen abzulenken, indem Sie mutig und vor allem optimistisch nach vorne blicken. Genau das tut Deutsche Bank-CEO John Cryan:

Direkt im Anschluss an die negative Schlagzeile mit 1,4 Mrd. Euro Verlust in 2016 wird in der hauseigenen Pressemitteilung zunächst einmal der Firmenchef zitiert, der „nach einem vielversprechenden Jahresstart optimistisch nach vorn“ schaut.

Deutsche Bank_170202

Wenn ich mir ein Urteil über eine Aktie bilde, lasse ich mich indes nicht von derlei Aussagen ablenken. Neben dem Zahlenwerk schaue ich vor allem auf den Chart: Der Kursverlauf einer Aktie spiegelt am besten wider, wie der Markt gerade „tickt“. Und da fällt das Urteil eindeutig aus:

Das heutige Tagesminus von rund -5% bedeutet das vorläufige Ende des im Oktober 2016 etablierten Aufwärtstrends (blauer Ring). Ich sehe für die Deutsche Bank-Aktie dennoch nur eine vorübergehende Korrektur, die in den kommenden Wochen günstige Einstiegsgelegenheit für diejenigen bieten kann, die dem imposanten Aufwärtstrend der Bankaktie bislang nur hinterher geschaut haben. Denn:

Der langfristige Trend hat sich nach oben gedreht. Das können Sie an der 200-Tage-Linie ablesen, die seit dem Jahreswechsel wieder steigt. Wenn Sie nun um diesen Gleitenden Durchschnitt einen Kanal im Abstand von 40% nach oben und unten ziehen, dann stellen Sie fest:

Die Umhüllung traf im vergangenen Jahr sehr gut die erreichten Tiefpunkte (grüne Kreise). Bei dieser Darstellungsweise werden also die überverkauften und die überkauften Punkte sichtbar gemacht. Und so erkennen Sie sehr leicht, dass die Deutsche Bank-Aktie zuletzt einen überkauften Status erreicht hatte. Sie könnten auch sagen:

Die Notierung hat sich (wieder einmal) zu weit von ihrer 200-Tage-Linie entfernt. Das lässt eine Korrektur in Richtung des GD200 als sehr wahrscheinlich erscheinen. Dann jedoch sollte sich der langfristige Aufwärtstrend wieder durchsetzen. Der sehr steile Aufwärtstrend seit Oktober wird dann durch einen etwas flacher verlaufenden ersetzt.

Eine solche Entwicklung hat in der Charttechnik Tradition. Genauso wie der ablenkende Optimismus von Firmenchefs bei miesem Geschäftsverlauf!

Ein Gastbeitrag von Andreas Sommer.

Herzliche Grüße

Ihr Robert Sasse

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