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Daimler: Das nenne ich mal einen typischen Zetsche!

Liebe Leser,

am Donnerstag haben wir mal wieder einen typischen „Zetsche“ erlebt. Vordergründig mimte der Daimler-Boss auf der Bilanzpressekonferenz Hiob, den Überbringer schlechter Nachrichten. Die Dividende wird eingefroren und überhaupt: Die Anleger sollten sich mal bloß nicht zu viel vom laufenden Geschäftsjahr erwarten. Und dann drückt er dir quasi im Vorbeilaufen noch ein Blatt mit den aktuellen Mercedes-Absatzzahlen für Januar in die Hand. Da schlackert selbst ein erfahrener Marktbeobachter nur mit den Ohren. +18,3 Prozent beim Absatz! 47. Rekordmonat in Folge! Uff!

Geschichte wiederholt sich

Die gleiche Nummer hat Zetsche bereits vor einem Jahr abgezogen. Damals befand sich die Daimler-Aktie schon im Sinkflug und nahm nach dem verhaltenen Jahresausblick noch mehr Fahrt gen Süden auf. Das Brexit-Referendum prügelte den Kurswert dann endgültig auf ein Niveau von rund 50 Euro.

Diese Notierung entsprach nüchtern betrachtet dem realen Unternehmenswert zum damaligen Zeitpunkt. Aber darum geht es bei Aktien bekanntlich nicht. Die derzeitigen Schätzungen weisen vielmehr darauf hin, dass der Buchwert des Autoherstellers 2020 etwa bei 75 Euro liegen wird.

Das Ende vom Lied ist bekannt

Wir wissen inzwischen, wie die Nummer im vergangenen Jahr ausgegangen ist. In der zweiten Jahreshälfte dämmerte den Anlegern, dass Daimler nach 2015 einem weiteren Rekordjahr der Unternehmensgeschichte entgegensteuern würde. Und nun warnt Zetsche erneut. Soll ich Ihnen verraten, wie die Absatzprognosen für Mercedes sind? Richtig. Auch in diesem Jahr wird sich der Verkauf wieder steigern.

Was wird jetzt stattdessen passieren? Die Aktie wird fallen, Trump lässt noch ein paar Sprüche los, die Aktie fällt weiter und steigt dann im zweiten Halbjahr wie Phönix aus der Asche. Und Sie als Anleger sind dem Daimler-Vorstand nicht wirklich böse, wenn der Konzern trotz neuerlichen Rekordjahrs nicht die Dividende erhöhen wird. Denn: Worüber wollen Sie sich eigentlich beschweren? Ihr Depot hat doch in den letzten Monaten wieder einen Zuwachs von 20-30 % verzeichnet.

Sehen Sie, und genau das nenne ich einen typischen „Zetsche“. Der Mann schöpft die Spannbreite zwischen Realwert und Fantasiewert voll zu seinen Gunsten aus. Da gleitet er so elegant über die Wellen der Charts wie der amtierende Weltmeister im Windsurfen. Und mir fällt kein anderer DAX-Manager ein, der ihm bei diesem Spiel das Wasser reichen könnte.

Ein Gastbeitrag von Mark de Groot.

Herzliche Grüße

Ihr Robert Sasse

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