Lieber Leser,
nachdem es eine Zeit lang halbwegs ruhig war um die Diesel-Affäre und man dachte die Sache könnte sich halbwegs friedlich klären, kommen in diesen Tagen wieder Meldungen dazu hoch, die recht beunruhigend sind. Zum einen klagt nun der erste Großkunde, die Deutsche See, den Vokswagen-Konzern auf 11,9 Millionen Euro. Die Deutsche See fühlt sich von VW getäuscht und beim Verkauf wurde nicht auf die sog. Schummelsoftware hingewiesen.
Zum anderen droht VW andererseits Piëch mit einer Klage, da dieser behauptet der Aufsichtsrat wäre schon rechtzeitig über die mutmaßlichen Abgasmanipulationen informiert gewesen. Jeder klagt jetzt also gegen jeden. Mal sehen, wer jetzt den israelischen Geheimdienst Mossad verklagt. Immerhin behauptet dieser jetzt, dass man Piëch rechtzeitig und vor dem öffentlichen Bekanntwerden über den Betrug bei den Abgaswerten informiert zu haben.

Die ganze Diesel-Gate-Geschichte wird also immer abstruser und verwirrender. Der Aktie tut das ganz und gar nicht gut. Sie fällt schon seit Ende Januar deutlich um über 10 Prozent zurück und hat am 6. Februar eine wichtige Marke hinter sich gelassen. Schon in der Einschätzung „Volkswagen steht auf der Kippe!“ vom 2. Februar, hatten wir Sie über die fragile charttechnische Situation bei VW hingewiesen. Wichtig war hier die grüne Unterstützungslinie um ca. 144 EUR, die auf keinen Falle gerissen werden durfte.
Doch genau das ist nun passiert. Mit dem Bruch der dieser Unterstützungslinie hat sich das Chartbild bei VW nun komplett gewandelt. Die volatile Konsolidierung seit Oktober 2015 könnte vorbei sein und die VW-Aktie könnte sich ab jetzt wieder gen Süden bzw. in Richtung der letzten Crash-Tiefs bei ca. 90 EUR orientieren. Aktionäre sollten abwägen, wem sie mehr glauben. Dem Mossad, Piëch oder der Charttechnik.



