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Infineon: Trumps erstes Opfer?

Liebe Leser,

im vergangenen Sommer kündigte der größte deutsche Halbleiterhersteller Infineon an, den US-amerikanischen Wettbewerber Wolfspeed – ein Tochterunternehmen des Konzerns Cree – übernehmen zu wollen. Mit der 850 Millionen Dollar teuren Übernahme wollten die Bayern die ohnehin gute Ausgangslage als Zulieferer für Elektroautos und Mobilfunk weiter verbessern. Noch in der zurückliegenden Woche äußerte sich Reinhard Ploss, Vorstandsvorsitzender der Infineon AG, optimistisch angesichts der fast vollendeten Übernahme.

CFIUS grätscht dazwischen

Nun scheint es so, als ob die frisch eingesetzte US-Exekutive diesem für beide Seiten lukrativen Deal einen Riegel vorschieben will. Dies geht aus einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters hervor. So habe ein ressortübergreifender Ausschuss der US-Regierung mit dem Namen Committee on Foreign Investment in the United States (kurz: CFIUS) den Deal aufgrund vorhandener Sicherheitsbedenken infrage gestellt. Konkret wurde der Ausschuss jedenfalls nicht, denn eine detaillierte Begründung für die Ablehnung steht noch aus.

Jener Ausschuss besteht in der Regel aus Ministern und Mitarbeitern des Weißen Hauses. Das Gremium überprüft ausländische Investitionen in US-amerikanische Unternehmen und bewertet diese im Hinblick auf die nationale Sicherheit.

Kompromissbereitschaft vorhanden

Beide beteiligten Konzerne reagierten naturgemäß verärgert. Infineon sehe ein „substanzielles Risiko“, dass der forcierte Deal nicht nach Plan durchgeführt werden könne. Cree teilte kompromissbereit mit, dass man eine Änderung der Transaktion in Erwägung ziehe. Beide Unternehmen wollen mit CFIUS zusammenarbeiten, um zu einer einvernehmlichen Übereinkunft zu gelangen.

So traurig diese Nachricht für Infineon ist – Donald Trump kündigte mehrfach an, ausländische Investitionen zum Schutze der eigenen Wirtschaft dramatisch einzuschränken. Der volkswirtschaftliche Nutzen dieser drastischen Handlungsweise bleibt jedoch vage und wirkt augenscheinlich zu einfach gedacht. Die Genehmigung der US-Administrative wird jedoch ohne ausgedehnte Zugeständnisse kaum zu erringen sein.

Aktie im Sinkflug

Im Zuge der neuen Nachrichtenlage brach die Aktie des Unternehmens drastisch ein. Am Donnerstag fiel das Wertpapier zur Nachmittagszeit um 2,6 Prozent ab.

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