Liebe Leser,
Oerlikon hat auf breiter Front enttäuscht. In den ersten 9 Monaten gingen Umsatz, Auftragseingang und -bestand jeweils zweistellig zurück. Verantwortlich war die geringe Investitionsbereitschaft in etlichen Endmärkten. Die operative Marge vor Abschreibungen (EBITDA-Marge) schrumpfte von 17,5 auf 13,8%. Eine Aussage zur Gewinnentwicklung machte der Konzern nicht. Im 1. Halbjahr standen unter dem Strich 42 Mio SFr und damit 51% weniger als im Vorjahr. In der Textiltechnik brachen der Umsatz um 43% und der Auftragseingang um 34% ein.
Hochprofitable deutsche Citim übernommen
Nicht ganz so stark fielen die Rückgänge in der Sparte Antriebssysteme (Drive Systems) aus. Lediglich die Sparte Surface Solutions (Oberflächenbearbeitung) ist profitabel gewachsen. Die Jahresprognose wurde bestätigt: ein Umsatz von 2,3 bis 2,5 Mrd SFr sowie eine EBITDA-Marge von etwa 15%. Angesichts der 9 Monats-Ergebnisse halten wir die Ziele für sehr ambitioniert. Auch in Zukunft wird sich Oerlikon in erster Linie auf den Bereich Surface Solutions konzentrieren.
Im Rahmen dieser Strategie wurde Ende November die hochprofitable deutsche Citim (Umsatz: 12 Mio SFr) übernommen. Citim ist ein Spezialist für additive Fertigung, der das Technologie- und Serviceangebot der Sparte Surface Solutions mit hochmodernen 3D-Druck-Produtionskapazitäten ergänzt. Die Bauteile kommen im Luftfahrt-, Automobil- und Energiesektor zum Einsatz. Oerlikon geht davon aus, dass die Nachfrage nach additiv gefertigten Industriebauteilen in den nächsten Jahren weltweit erheblich steigen wird.



