Liebe Leser,
bei Atossa Genetics aus Seattle, Washington stehen die Zeichen derzeit auf Hoffnung. Das Papier legte Mitte letzter Woche einen Zwischenspurt ein und gewann zeitweise rund 35 Prozentpunkte hinzu. Der Wochentiefstpreis lag bei 1,28 Euro, der Höchststand bei 1,72 Euro je Aktie.
Die Anlegererwartungen ruhen dabei vermutlich auf einem Medikament, das sich derzeit noch in einer Phase-2-Studie befindet: Fulvestrant. Das Mittel soll in der Brustkrebstherapie eingesetzt werden. Ein Wirkstoff, den das Medikament enthält, hat bereits eine Genehmigung erhalten und wird von AstraZeneca vertrieben. Doch Atossa möchte die Wirksamkeit und Verabreichung des Mittels noch verbessern und hat dazu eine weitere Studienreihe gestartet.
Sollte die Entwicklung erfolgreich verlaufen, kann Atossa mit hohen Erträgen rechnen. Dennoch ist der kürzlich erfolgte Kurssprung nicht so recht nachzuvollziehen. Denn die letzte offizielle News von Atossa liegt bereits mehr als einen Monat zurück. Sie betraf Fulvestrant und besagte, dass die Studie nun in einer anderen Klinik fortgeführt wird. Bisher war das Columbia University Medical Center Breast Cancer Programs (New York) verantwortlich, jetzt übernimmt das Montefiore Medical Center, ebenfalls in New York beheimatet.
Eigentlich keine gute News: CEO Steve Quay musste in derselben Erklärung nämlich zugeben, dass die Studie langsamer vorankommt als geplant. Und der Umzug wird die Dinge kaum beschleunigen. Und dennoch setzte der Kurs zum plötzlichen Sprung an – rätselhaft. Da scheint ein Großinvestor wohl einen Wink bekommen zu haben, der uns normalsterblichen Anlegern vorenthalten blieb.



