Lieber Leser,
der MDAX ist der eigentliche deutsche Leitindex, denn er repräsentiert den deutschen Mittelstand. Spätestens seit den Problemen in der deutschen Automobil- und der Bankenbranche kann der MDAX den DAX-Index deutlich outperformen. Aber nicht nur deshalb. Der MDAX profitiert gleichzeitig auch von einem schwächeren Euro.
Bloß EZB getrieben?
Als die EZB 2015 mit ihrem QE (Staatsanleihenkauf) begann, konnten beide Indizes in etwa gleicher Weise von den EZB-Maßnahmen und vor allem von einem schwächeren Euro profitieren. Leider konnte sich diese Phase kaum fortsetzen, da nicht nur das Griechenland-Problem seine Runde machte, sondern auch China mit dem Aktienmarkt und dem Yuan-Crash aufwartete.
Schwacher Euro nicht mehr notwendig?
Wie es aussieht, scheint nun die zweite Phase eingetreten zu sein – mit dem feinen Unterschied, dass den DAX-Index einige Einzelwert- und Sektorprobleme belasten, siehe VW und Deutsche Bank etc. Diese Probleme haben Aktien innerhalb des MDAX nicht. Sie profitieren daher im Moment überproportional. Zudem hat der Euro seit Mitte Dezember eine Erholung erfahren, in welcher der MDAX absolut keine Anstalten gemacht hat, in eine Korrekturphase überzugehen. Das ist ein Zeichen der relativen Stärke. Weiterhin verzeichnete der MDAX Index bereits seit Dezember 2016 fortlaufend neue Allzeithochs, was man vom DAX-Index nicht behaupten kann.



