Liebe Leser,
wenn die Zahl stimmt, die das Online-Magazin „Bellona“ kürzlich publiziert hat, kommen auf Norilsk Nickel in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen von 17 Mrd. Dollar zu – kein Pappenstiel bei einem Jahresumsatz von 8,5 Mrd. Dollar (2015). Allerdings sollen sich die Investitionen über mehrere Jahre bis 2023 verteilen.
„Bellona“ bezieht sich in dem Artikel auf eine offizielle Verlautbarung des Kremls, der über ein Treffen von Staatschef Wladimir Putin mit Nornickel-Chef Vladimir Potanin berichtet, sowie die Stellungnahme einer Unternehmenssprecherin gegenüber der russischen Ausgabe des „Forbes“-Magazin. Etwa ein Viertel der Gesamtsumme soll in Umweltverbesserung fließen. Das Geld solle zu einem großen Teil im Hinblick auf die Schwefeldioxidemissionen eingesetzt werden, die schon zu sowjetischen Zeiten regelmäßige Konflikte mit den norwegischen Nachbarn heraufbeschworen.
Norilsk Nickel unterhält Betriebe in der Nähe von Murmansk unweit der russisch-norwegischen Grenze. Im Rahmen der neuen Pläne sollen die Emissionen von Schwefeldioxid in den Norilsk-Anlagen in Nord-Sibirien um 75 Prozent und von der Kola Mining and Metallurgy Company in der Nähe von Murmansk um 90 Prozent schrumpfen.
Die Schwefeldioxid-Emissionen aus den Werken – einst von der norwegischen Umweltbewegung als „sowjetische Todeswolken“ bezeichnet – sind zwar seit damals um etwa eine halbe Million Tonnen pro Jahr gesunken. Doch der Zorn der Norweger, die am stärksten von der Verschmutzung betroffen sind, ist seitdem nicht abgeebbt.
Dass nun an der Sache gearbeitet wird, wird dem Unternehmen aus Imagegründen definitiv nicht schaden. Doch die hohe Investitionssumme, so sie zutrifft, wird natürlich die Bilanz belasten. Bleibt nur zu hoffen, dass einige der Maßnahmen auch die Produktivität deutlich steigern werden.



