Lieber Leser,
unter verstärktem Abgabedruck steht seit Mittwoch die Wirecard-Aktie. Ausgelöst wurde der Kurssturz von rund 7,0% innerhalb von eineinhalb Handelstagen durch einen Bericht des „Manager Magazins“, der dem Unternehmen aus der Nähe von München vorwirft, die Bilanz geschönt zu haben.
Ominöse Forderungen in einem Volumen von 250 Mio. Euro
Konkret geht es um Forderungen in einem Volumen von 250 Mio. Euro, die vom Fachblatt als „unecht“ bezeichnet werden. Das Technologie- und Finanzdienstleistungsunternehmen wies diese Behauptung umgehend als unzutreffend zurück und betonte, dass die Besonderheit dieser Forderungsposition seit Jahren bekannt ist.
Bilanzbetrug oder Marktmanipulation?
Ob an dem Vorwurf der „Bilanzschönung“ etwas Wahres dran ist, lässt sich an dieser Stelle nicht seriös beantworten. Fakt ist aber auf jeden Fall, dass die Gesellschaft in der Vergangenheit bereits mehrfach mit ähnlichen Anschuldigungen konfrontiert war, die regelmäßig kräftige Kurskorrekturen nach sich zogen, sich aber schlussendlich nicht bewahrheiteten. Anderseits ist das selbstverständlich keine Garantie, dass das TecDax-Mitglied wirklich eine weiße Weste in puncto Bilanz hat.
Vorsichtige Anleger, die sich möglicherweise noch an vergleichbare Vorkommnisse bei diversen Unternehmen des einstigen Neuen Markts erinnern, könnten nun durchaus in Betracht ziehen, sich von den Wirecard-Anteilsscheinen zu trennen. Dafür spricht auch, dass das Papier nur knapp unter dem Allzeithoch notiert und mit einem KGV von über 21 auf Basis der Gewinnschätzungen für 2017 nicht sonderlich günstig bewertet ist.



