Lieber Leser,
der Chipanlagenbauer Aixtron hat für das vierte Quartal Zahlen auf den Tisch gelegt, die auf den ersten Blick positiv anmuten. Wie das in der Nähe von Aachen angesiedelte ehemalige TecDAX-Unternehmen mitteilte, verbesserte sich der Umsatz zwischen Oktober und Dezember um drei Viertel auf 89,8 Mio. Euro. Der notorisch defizitäre Konzern konnte unter dem Strich gar einen Überschuss von 6,4 Mio. Euro erwirtschaften. Doch bei näherer Betrachtung fällt auf, dass sich daraus kein Trend ableiten lässt. Denn der Auftragseingang schrumpfte im Schlussquartal im Vergleich zum Vorquartal um 12 Prozent, der Auftragsbestand reduzierte sich gar um 25 Prozent. Bekanntlich ist die Auftragslage ein Indikator für die zukünftige Umsatzsituation.
Keine guten Aussichten
So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass das Management einen düsteren Ausblick für das laufende Geschäftsjahr 2017 gibt. Hier geht Aixtron von einem Rückgang bei den Auftragseingängen auf 180 bis 210 Mio. Euro aus. Im vergangenen Jahr hatten die Bestellungen einen Gesamtwert von 225 Mio. Euro. Dementsprechend erwartet man auch beim Umsatz keine signifikante Verbesserung. Wegen höherer Forschungs- und Entwicklungsausgaben werden sich zudem die Verluste weiter ausweiten, 2016 stand unter dem Strich ein Minus von 24 Mio. Euro zu Buche. Am Ende dieses Monats wird zudem CEO Martin Goetzeler aus dem Unternehmen ausscheiden. Er zieht damit die Konsequenzen aus der geplatzten Übernahme, für die er sich so stark eingesetzt hatte.
Blick an die Börse
Die Aixtron-Aktie hatte nach der gescheiterten Übernahme durch Fujian Grand Chip Investment und dem damit verbundenen Kurseinbruch Ende Dezember wieder den Vorwärtsgang einlegen können. Um knapp 23 Prozent legte der Anteilsschein zu. Doch die nun vorgelegten Zahlen und vor allem der Ausblick schlagen den Anlegern auf den Magen. Es geht kräftig gen Süden.



