Lieber Leser,
die Anteilsscheine von Aixtron standen am letzten Freitag unter verstärktem Abgabedruck. Dabei hätte das Jahr 2016 für das Unternehmen aus Herzogenaurach sehr viel schlechter laufen können. Vergrault wurden die Anleger daher in erster Linie von dem wenig erbaulichen Ausblick für das laufende Jahr.
Zielvorgaben in 2016 erreicht!
Mit 196,5 Mio. Euro lag der Umsatz im letzten Jahr leicht unter dem Niveau aus 2015. Dessen ungeachtet und trotz hoher Forschungs- und Entwicklungskosten konnte die Gesellschaft ihren Nettoverlust um 18% auf 24 Mio. Euro reduzieren. Sogar mehr als halbiert wurde der EBITDA-Verlust, der bei 7,9 Mio. Euro lag. Alles in allem lagen die Zahlen im Rahmen der Erwartungen.
Eine negative Überraschung war demgegenüber die Ankündigung, dass man für 2017 sowohl ein niedrigeres EBITDA als auch EBIT und Nettoergebnis erwartet, da man nach der geplatzten Übernahme durch Grand Chip erhebliche Zusatzkosten für die Entwicklung von Zukunftstechnologien nunmehr alleine stemmen muss.
Besserung erst ab 2018 in Sicht
Immerhin prophezeit der Vorstand für 2018 einen Betriebsgewinn in nicht genannter Höhe. Zuversichtlich stimmen in diesem Zusammenhang die Auftragseingänge, die 2016 um 35% auf 225,1 Mio. Euro wuchsen und damit das höchste Niveau seit 5 Jahren erreichten. Ob Aixtron dieses Versprechen halten kann, muss zumindest bezweifelt werden, zumal sich das Technologie-Unternehmen in der Vergangenheit mehr als einmal zu weit aus dem Fenster gelehnt hatte. Da die Aktie überdies aus technischer Sicht alles andere als bullisch anmutet, drängen sich die Dividendenpapiere bestenfalls für sehr risikobereite Investoren auf, die auf einen dauerhaften Turnaround spekulieren möchten.



