Lieber Leser,
nun also doch: Mit satten 8 Mrd. Euro will die Deutsche Bank über den Weg einer Kapitalerhöhung die klammen Kassen auffüllen. Vorstandschef Jon Cryan rechtfertigt die Maßnahme so: „Die Kapitalerhöhung wird unsere Finanzkraft erheblich verbessern. Mit unserer künftigen Struktur sollten wir bestens positioniert sein, um unsere Erträge und unseren Gewinn wieder zu steigern.“
Im vergangenen Jahr klang das noch ganz anders: Die Bank habe derzeit wenig Argumente, um sich Geld über eine Kapitalerhöhung zu beschaffen. Davon abgesehen könnten die bis 2019 jährlich erforderlichen 2,5 Mrd. Euro „organisch“ generiert werden.

Der wahre Unterschied zwischen heute und Anfang Juli 2016 ist der Kurs: Wie Sie nämlich ganz einfach im Chart ablesen können, krebste die Deutsche Bank-Aktie bei Cryans Negierung der Kapitalerhöhung auf einem Allzeittief um 11,50 Euro herum. Eine Kapitalmaßnahme – erst recht in der jetzigen Dimension – hätte die Notierung vermutlich ins Bodenlose abstürzen lassen.
Nachdem der Deutsche Bank-Kurs im bisherigen Jahresverlauf so hoch notierte wie zuletzt im Januar 2016, fällt der Kursabschlag in Reaktion auf die Kapitalmaßnahme deutlich glimpflicher aus. Der Zeitpunkt ist mithin geschickt gewählt:
Nach einer Rallye von +85% in nur 4 Monaten, einem verlassenen Abwärtstrend aus 2015 und einer inzwischen aufwärts tendierenden 200-Tage-Linie hat sich das Chartbild der Aktie spürbar aufgehellt.



