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Salzgitter voestalpine verstehen die Welt nicht mehr!

Liebe Leser,

die US-Regierung wittert Preisdumping bei ausländischen Stahlproduzenten. Aber dieses Mal sind nicht etwa die „üblichen Verdächtigen“ aus China gemeint, sondern etliche europäische Konzerne wie Salzgitter, Dillinger Hütte oder voestalpine. Ihnen drohen nun empfindliche Strafzahlungen in Millionenhöhe.

4 bis 150 Prozent vom Importwert

US-Handelsminister Wilbur Ross sieht es als erwiesen an, dass die besagten Stahlunternehmen ihre Produkte unter „fairem Wert“ verschleudert und damit die US-Industrie „unter Beschuss“ genommen hätten. Zudem vermutet das Ministerium, dass die Hersteller mit Subventionen alimentiert wurden, um sich solche Preise überhaupt erlauben zu können. Die US-Behörden behalten sich deshalb vor, auch rückwirkend noch Strafzölle zu verhängen.

Dabei geht es konkret um Zölle, die etwa 4 bis 150 % vom Importwert betragen können. Die US-Regierung will die genaue Rate davon abhängig machen, um wie viel die Stahlimporteure den „fairen“ Marktpreis unterboten haben. Das betroffene Handelsvolumen in 2015 betrug 732 Mio. Dollar. Den größten Teil trugen dazu die beiden deutschen Unternehmen Salzgitter und Dillinger Hütte mit knapp 200 Mio. Dollar bei. Der Rest entfällt auf die Österreicher voestalpine sowie weitere Produzenten aus Frankreich, Italien, Belgien, Taiwan, Südkorea und Japan.

Salzgitter und voestalpine irritiert

Die angesprochenen Unternehmen reagierten irritiert, um nicht zu sagen: Sie verstehen die Welt nicht mehr. Bei voestalpine geht es zum Beispiel um „1.000 Tonnen Spezialstahl“, die in dieser Qualität gar nicht in den USA hergestellt würden, so voestalpine-Chef Eder gegenüber der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. Und auch Salzgitter sieht die Vorwürfe als haltlos an. Mit dem importierten Grobblech habe man ein eigenes US-Werk beliefert. Inwiefern soll dadurch die US-Industrie geschädigt worden sein?

Das US-Handelsministerium hat nun seine Zollbehörden angewiesen, von den Firmen Barmittel zu beschlagnahmen. Dieses Geld wird vorläufig eingefroren, bis die zuständige US-Handelsbehörde Mitte Mai eine endgültige Entscheidung in dem Fall verkündet.

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