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Warum ging Köhler?

Der Rücktritt Horst Köhlers bleibt rätselhaft. An den umstrittenen Afghanistan-Äusserungen kann es jedenfalls nicht liegen. Zusammenhang mit Bilderberg-Treffen in Barcelona? Unterdessen Gerangel um einen Nachfolger: Wird es der letzte SPD-Fraktionsvorsitzende der DDR-Volkskammer?

 

Nach dem überraschenden Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler fordert CDU-Vorstandsmitglied Friedbert Pflüger bei der Suche nach einem Nachfolger eine parteiübergreifende Lösung. "Wir sollten nun eine parteipolitische Auseinandersetzung um das Präsidentenamt unbedingt vermeiden", sagte Pflüger SPIEGEL ONLINE. "Wir müssen eine Lösung finden, die über die jetzige Koalition hinaus breiten Konsens findet."

 

Der CDU-Politiker brachte den SPD-Vordenker Richard Schröder als mögliches neues Staatsoberhaupt ins Gespräch. Er könne sich vorstellen, dass Schröder "über die Parteigrenzen hinweg große Akzeptanz fände", sagte Pflüger. Der 66-jährige Philosoph und Theologe Richard Schröder war der letzte SPD-Fraktionsvorsitzende in der DDR-Volkskammer.

 

Pflüger kritisierte Köhler für seine Rücktrittsentscheidung. "Dieser Schritt ist irritierend und nicht verständlich", sagte er. Auch andere Präsidenten vor Köhler seien mit ihren Worten auf Kritik gestoßen, "vor allem wenn sie sich zu weit in die Tagespolitik begeben haben". Ein Rücktritt sei jedoch keine angemessene Reaktion, zumal Köhler in der Bevölkerung bis zu seinem letzten Tag große Zustimmung genossen habe. "Jetzt enttäuscht er viele Menschen", sagte Pflüger. "Und er beschert nicht nur der Regierung, sondern dem Land eine schwere Situation, in der sich ohnehin viele Bürger große Sorgen um die Zukunft machen. Gerade jetzt wäre doch die Stunde des Präsidenten."

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