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Überall Bomben

Bombenhysterie explodiert: BKA-Chef warnt nach Bombenfunden vor Anschlägen in Deutschland. Ziercke: “Es gibt Verdachtslagen, denen wir nachgehen“. 

 

Nach dem Wirbel um einen Sprengssatz im Bundeskanzleramt  und einer auf dem Flughafen Köln-Bonn umgeschlagenen Paketbombe  hat der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, eindringlich vor möglichen Terror-Anschlägen in Deutschland gewarnt.

In einem Interview der BILD-Zeitung (Donnerstagausgabe) sagte Ziercke, es gebe “in Bezug auf Deutschland weiterhin eine hohe abstrakte Gefährdungslage, ein starkes Grundrauschen, das uns zu erhöhter Wachsamkeit zwingt.“ Erkenntnisse über konkrete Anschlagsplanungen islamistischer Zellen lägen dem BKA aber nach wie vor nicht vor.

Aus den Verlautbarungen von Al Qaida wisse man aber, dass es die Terroristen nicht nur auf Ziele abgesehen hätten, an denen große Opferzahlen erreicht werden könnten. “Auch Gebäude mit hohem Symbolwert können im Zielspektrum liegen“, warnte Ziercke. Allerdings seien alle Überlegungen “hinsichtlich möglicher Anschlagsziele in Deutschland reine Spekulation.“

Die jüngsten Bombenfunde in Großbritannien und Dubai zeigen nach den Worten des BKA-Chefs jedoch auch, dass die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden national wie international funktioniere. Ziercke in der BILD-Zeitung wörtlich: “Wir haben Grund zur Sorge, vor allem zur Vorsorge - aber nicht zur Panik.“ Es gebe jedoch Erkenntnisse, über die er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sprechen könne, bestätigte der Präsident des Bundeskriminalamtes auf Nachfrage der BILD-Zeitung. Ziercke sagte: “Das liegt in der Natur der Sache. Es gibt immer Verdachtslagen, denen wir nachgehen.“ Der BKA-Chef wies darauf hin, dass die Zahl der einschlägigen Ermittlungsverfahren “mit derzeit 385“ deutlich angestiegen sei.

Sorge bereitet dem Bundeskriminalamt eine erhöhte Reiseaktivität von Islamisten in das pakistanisch-afghanische Grenzgebiet. Laut Ziercke sind seit 2007 etwa 30 bis 40 Personen aus Deutschland in diese Gebiete gereist. Etwa 20 seien nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden wieder zurückgekehrt. Im Fokus stünden außerdem rund 130 so genannte Gefährder. Dabei handelt es sich um Personen, die bereit seien, politisch motivierte Straftaten von erheblicher Bedeutung zu begehen, wie etwa die Durchführung terroristischer Anschläge.

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