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EZB Geldschwemme

Top-Ökonomen warnen EZB vor Krisenbekämpfung mit neuer Geldschwemme.  „Es wäre fatal, wenn auch die EZB ihre Glaubwürdigkeit verspielen würde, nachdem schon die Verschuldungsregeln der Fiskalpolitik versagt haben und eine saubere Lösung, wie etwa eine Verdoppelung der Bürgschaften im Euro-Rettungsschirm, nicht in Sicht ist.“

 

Vor der EZB-Zinssitzung am Donnerstag haben führende Ökonomen in Deutschland die Europäische Zentralbank (EZB) davor gewarnt, ihr umstrittenes Staatsanleihen-Ankaufprogramm auszuweiten. „Die Fortsetzung und Ausweitung der Ankäufe problematischer Bonds von Euro-Risikostaaten beruhigt zwar die spekulativen Anleger kurzfristig, sie honoriert aber die Risikoverlagerung vom privaten Investor auf die Allgemeinheit“, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, Handelsblatt Online. Zudem werde durch diese Politik des Gelddruckens die Basis für Inflation geschaffen. „Es wäre fatal, wenn auch die EZB ihre Glaubwürdigkeit verspielen würde, nachdem schon die Verschuldungsregeln der Fiskalpolitik versagt haben und eine saubere Lösung, wie etwa eine Verdoppelung der Bürgschaften im Euro-Rettungsschirm, nicht in Sicht ist.“

Auch der Konjunkturchef des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo), Kai Carstensen, rät der EZB, von weiteren Käufen europäischer Staatsanleihen abzusehen. „Eine Ausweitung der Käufe würde vor allem bewirken, dass die Marktakteure von ihren als riskant eingestuften Anleihen befreit werden, die EZB also die Risiken in ihre Bilanz nimmt“, sagte Carstensen Handelsblatt Online. „Zudem würde sich die EZB damit immer abhängiger von etwaigen Rettungspaketen der Regierungen machen, dies sollte sie tunlichst vermeiden.“ Carstensen plädierte daher dafür, dass künftig Banken, deren Bilanzen in Unordnung sind, die für solche Fälle bereitgestellten Mittel beispielsweise des Bankenrettungsfonds Soffin in Anspruch nehmen.

Dagegen sieht der Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, die Frankfurter Währungshüter in der Pflicht, die Euro-Krise einzudämmen. „Die EZB muss handeln, denn die Stabilität des Euroraums steht auf dem Spiel“, sagte Horn Handelsblatt Online. Die Regierungen hätten sich als „unfähig“ erwiesen mit den Übertreibungen der Finanzmärkte fertig zu werden. „Sie taumeln zwischen verantwortungslosem Gerede und üppigen Hilfsprogrammen, wo sie gar nicht nötig wären“, kritisierte Horn. Davon profitierten allein die spekulativ agierenden Anbieter von Kreditausfallversicherungen, deren Geschäfte in Zeiten der Panik besonders gut gedeihten.
„Die EZB kann diesem Treiben durch eine Euroraum-weite Garantie zum Ankauf von Staatsanleihen ein Ende setzen", ist sich der IMK-Chef sicher. Denn jede Spekulationswelle gegen die prinzipiell unbegrenzten Mittel der EZB in Euro sei zum Scheitern verurteilt. „Irgendwann“, so Horn weiter, „wenn die Verluste aus Wetten gegen Euro Staaten allzu schmerzhaft werden, werden die Märkte dies verstehen und in ruhiges Fahrwasser zurückkehren.“ Erst dann sollte die EZB aus Horns Sicht die Staatsanleihen wieder verkaufen, um kein Inflationspotenzial aufzubauen.
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