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Baltic Dry Index säuft ab

Nach einem kurzen Aufbäumen aufgrund diverser globaler Konjunkturprogramme driftet der Baltic Dry Index wieder in Richtung historischer Tiefs. Verlust in den letzten drei Monaten: fast 50%. Vorbote für die Entwicklung der Weltwirtschaft?


Der Baltic Dry Index (BDI) ist in den letzten drei Monaten von gut 2800 auf rund 1500 gefallen, damit hat sich das Schifffahrtsbarometer innerhalb kurzer Zeit fast halbiert. Das Bedrohliche dabei: Der Rückwärtsgang verlief in den letzten Monaten praktisch ohne Unterbrechung und setzte sich auch bis in die ersten Tage des neuen Jahres fort.

Wie dramatisch der aktuelle Stand ist, lässt sich daran ermessen, dass der BDI zu seinen Hochzeiten im Frühjahr 2008 bei rund 12000 stand. Danach fiel das Schifffahrtsbarometer steil in die Tiefe mit einem bis dahin noch nie da gewesenen Absturz unterhalb der Marke von 1000 – das war Anfang 2009.

Diverse Konjunkturprogramme weltweit haben dem BDI zwischendurch wieder auf die Sprünge geholfen – wie man auch auf der Grafik sehr schön erkennen kann. Doch die Stimulans wirkte offenbar nur für kurze Zeit. Im Moment bewegt sich der Baltic Dry Index wieder in Richtung Allzeittief und rangiert nun in der Gegend von 1500 – kein gutes Zeichen für den Zustand der Weltwirtschaft.

Der Baltic Dry Index (BDI) wird von der Baltic Exchange in London veröffentlicht und ist ein wichtiger Preisindex für das weltweite Verschiffen von Hauptfrachtgütern (hauptsächlich Kohle, Eisenerz und Getreide) auf Standardrouten.


Der Index ist praktisch ein Barometer für den Puls der Weltwirtschaft. Zwar bedeutet ein Abfallen des Preisindex nicht notwendigerweise ein Rückgang des Welthandels. Aber praktisch ist es so. Denn wenn weniger Waren transportiert werden, bleiben viele Frachter leer. Konsequenz: Absturz des Preisindex für Schiffsladungen.

Der Baltic Dry Index zählt damit zu den wichtigsten und ehrlichsten Konjunkturbarometern, die es gibt - denn man kann die Preise nicht manipulieren.

Der BDI gilt auch als "leading indicator" für die Entwicklung der Rohstoffpreise. Auch diese Preisgruppe hatte sich im Verlauf des ersten Halbjahres 2010 gut erholt, befindet sich derzeit aber wieder auf dem Rückzug. Für den Rückgang des BDI machen Insider in erster Linie einen Rückgang beim Bedarf an Rohstoffen von China verantwortlich.

baltic_dry_2008_-_2011

Baltic Dry Index 2008 - 2011

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