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Draghi wird EZB-Pate

Nun ist es amtlich: Der  Italiener Mario Draghi soll EZB-Chef werden. Das haben die EU-Finanzminister am Montagabend nach einem Treffen in Brüssel empfohlen.  - Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer: "Draghi ist ein hervorragender Kandidat".

 

Der Italiener Mario Draghi soll der neue Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) werden. Das haben die EU-Finanzminister am Montagabend nach einem Treffen in Brüssel empfohlen. Der 63-Jährige galt schon eine Zeit lang als Favorit für den Posten. Auch die europäischen Staatschefs Angela Merkel, Silvio Berlusconi und Nicolas Sarkozy haben in der Vergangenheit bereits ihre Unterstützung für den Italiener versichert.
 
Draghi, seit 2006 Chef der italienischen Zentralbank, ist bislang der einzige Kandidat für den Posten und wird es wohl auch bleiben. Die EU-Staats- und Regierungschefs müssen ihn bei ihrem Gipfel im Juni dieses Jahres jedoch noch formell ernennen. Dann kann Draghi im Herbst dem bisherigen EZB-Präsidenten Jean-Claude Trichet, der Ende Oktober turnusmäßig aus dem Amt ausscheidet, nachfolgen.

Draghi? Super - sagt der Chefvolkswirt der Deutschen Bank,  Thomas Mayer im Handelsblatt-Interview:

Ein Vertreter aus einem traditionell hochverschuldeten Land – ist das nicht gerade auf dem Höhepunkt der Euro-Schuldenkrise ein fatales Signal, vor allem für die zunehmend eurokritischen Deutschen?

Nein, das Gegenteil ist der Fall. Die Angst der Deutschen vor einem Italiener ist völlig unbegründet. Gerade italienische Notenbanker sind aufgrund ihres ständigen Kampfes gegen Rom besonders geübt darin, gegen den Widerstand der Politik stabilitätsorientierte Politik durchzusetzen.

Draghi arbeitete in den Jahren 2002 bis 2005 für die US-Bank Goldman Sachs, die Griechenland geholfen haben soll, die Schuldenstatistiken zu schönen. Ist das auch kein Problem?

Ich denke, Draghi konnte glaubhaft versichern, dass er in die Swap-Geschäfte, die Goldman Sachs mit Griechenland abgeschlossen hatte, nicht involviert war.

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