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Ergo: Sex-Spur führt zu AWD-Gründer

Ergo: Sex-Spur führt zu AWD-Gründer. Beim Ergo-Konzern läuft derzeit die Untersuchung des Skandals. Ergo prüft nun auch, ob es weitere Vorfälle gab.  Prostituierte seien auch bei Führungskräftetagungen Stammgäste gewesen.


Die Ergo Versicherungsgruppe erwägt, wegen der Lustreise ihrer Vertreter nach Budapest eine Strafanzeige zu stellen. Bei der Veranstaltung der Hamburg-Mannheimer, die inzwischen in der Ergo-Gruppe aufgegangen ist, wurden mit Kundengeldern mindestens 20 Prostituierte bezahlt, um den 100 besten Vertretern im Juni 2007 in der Gellert Therme in Budapest zu Diensten zu sein. "Wir prüfen derzeit, welche Möglichkeiten bestehen, gegen die damals Verantwortlichen vorzugehen. Dazu gehört auch die Prüfung der strafrechtlichen Seite", sagte Ergo-Sprecherin Alexandra Klemme dem Handelsblatt (Montagsausgabe).

Der Verantwortliche für die Reise sieht diese Prüfung gelassen. "Ich habe mir nichts vorzuwerfen", sagte der ehemalige Vertriebschef Kai Lange, der 2007 zu der Reise einlud, im Handelsblatt. Er selbst habe sich den ganzen Abend im Bereich der Discothek aufgehalten. Er wisse daher nicht, was seine Vertreter auf dem Gelände der Therme gemacht hätten. Die Frage, wer, wenn nicht er, die Anweisung gab, Prostituierte einzuladen und Himmelbetten aufzustellen, beantwortete Lange nicht. Teilnehmer berichten, Lange habe die Frauen an dem Abend selbst vorgestellt

Lange ist einer der Gründer des Finanzdienstleisters AWD, den er ab 1988 gemeinsam mit seinem Schwager Carsten Maschmeyer führte. 1999 wechselte er als Vertriebsdirektor zur Hamburg Mannheimer. Seit 2008 arbeitet er für den AWD-Konkurrenten Formaxx. Er leitet dort derzeit den Berliner Vertrieb. Nach Angaben des Formaxx-Vorstand Eugen Bucher gibt es dort keine Sexreisen. Auch ein AWD-Sprecher schloss Sexreisen für sein Unternehmen kategorisch aus

Beim Ergo-Konzern läuft derzeit die Untersuchung des Skandals. Ergo prüft nun auch, ob es weitere Vorfälle gab. Beim Handelsblatt meldeten sich mehrere ehemalige Vertreter, die von ähnlichen Eskapaden der Hamburg-Mannheimer berichteten. Prostituierte, insbesondere aus Hamburg, seien auch bei Führungskräftetagungen Stammgäste gewesen

Der Autor, der in der Vertriebszeitung der Hamburg Mannheimer die Budapest-Orgie als „Mordsspaß“ bezeichnete, gibt an, er habe den Artikel auf Geheiß aus der Zentrale verfasst. Auch der Tonfall sei vorgegeben gewesen. Die zuständige Führungskraft sei immer noch bei der Hamburg Mannheimer beschäftigt. Eine Ergo-Sprecherin sagte, die Personalie werde geprüft.
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