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USA: Kurz vor Kollaps

US-Schuldenstreit: IWF-Chefin Lagarde warnt USA vor Finanzkatastrophe. - CDS auf US-Anleihen explodieren. - Mehrheit erwartet US-Downgrade. - Gold auf Rekord. - Rubel klettert auf Zweieinhalbjahres-Hoch. - Börner: „ernstes Problem“ für deutsche Exporteure.

 

In der Debatte um die US-Schuldenkrise hat sich die IWF-Chefin Christine Lagarde mit einem Appell an die zerstrittene Regierung und Opposition gewendet. Die Zeit laufe davon, der Streit müsse umgehend beigelegt werden, forderte Lagarde. Zudem warnte sie vor den Folgen, die eine Zahlungsunfähigkeit für die Weltwirtschaft hätte. Die politisch Verantwortlichen der USA sollten den gleichen "politischen Mut" an den Tag legen, den in der vergangenen Woche ihre europäischen Kollegen mit dem Maßnahmenkatalog zur Bewältigung der griechischen Schuldenkrise gezeigt hätten, so Lagarde.


Außenhandelspräsident: „ernstes Problem“ für deutsche Exporteure


Der Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner, schlägt angesichts des zunehmend erbittert geführten US-Schuldenstreits Alarm. „Das ist ein gefährliches Spiel für die Weltwirtschaft“, sagte Börner Handelsblatt Online. Hinzu komme, dass auch langfristig das Ausmaß der US-Verschuldung, auch das in verschiedenen US-Bundesstaaten „bedrohlich“ sei, ohne dass sich hierfür eine Lösung abzeichne. „Bei einer Ankerwirtschaft wie den USA könnte das auch zu einem ernsten Problem für den deutschen Außenhandel werden“, warnte der BGA-Präsident. Da der Dollar die Leitwährung sei und nicht der Euro, gelte immer noch der alte Satz: „Es ist ihre Währung und unser Problem.“

 

Goldpreis-Rekord

Mit Eröffnung des Handels in New York sprang der Goldpreis auf ein neues Allzeithoch von 1626$ bevor es im Verlauf des Handels wieder nach unten gedrückt wurde. Händler sprachen jedoch von großer Nachfrage - auch physisch - für das Edelmetall. Auch Silberpreise zwischendurch fester und über 41$ / Unze.



„Washington wird in letzter Minute eine Lösung finden“

Bob Doll, Chefstratege des weltgrößten Vermögensverwalters Black Rock, glaubt, dass man gerade jetzt US-Aktien kaufen sollte, weil die gefürchtete Zahlungsunfähigkeit der USA nicht eintreten wird. „Es wird keinen Default geben. Die Geschichte lehrt, dass Politiker sind noch immer um fünf vor Zwölf geeinigt haben. Manchmal wurde es auch kurz nach Zwölf, aber sie haben die Katastrophe immer verhindert“, sagte Doll im Interview mit dem Handelblatt (Mittwochausgabe). Das wüssten die Marktteilnehmer und deshalb gebe es derzeit auch so wenig Unruhe an den Märkten

Er rechnet damit, dass die Politik in Washington bis zum Stichtag 2. August eine Einigung über die Anhebung der Schuldengrenzen findet. Allerdings erwartet er auch, dass ein echtes Sanierungsgesetz für den Haushalt zunächst verschoben wird. Daher bleibe das Risiko, dass das Rating der USA herabgestuft werde.

Doll hält die aktuelle Situation für den richtigen Zeitpunkt, um in den Markt einzusteigen. „Man kann jetzt gut Aktien kaufen. Zumindest dann, wenn man mit mir in der Analyse übereinstimmt, dass die Debatte um das Schuldenlimit nur einen temporären Effekt auf die Konjunktur hat und man wie ich glaubt, dass das Wachstum im zweiten Halbjahr wieder steigt“, so der 56-Jährige Aktienspezialist.

 

Mehrheit erwartet US-Downgrade

Mittlerweile erwarten immerhin 30 von 53 von Reuters befragte Experten, dass zumindest eine der drei großen Ratingagenturen den USA ihr Top-Rating "AAA" aberkennen dürfte, sollte das politische Tauziehen um eine Anhebung der Schuldengrenze erfolglos bleiben.



US-CDS explodieren

Markit:  Einjährige Kreditausfallversicherungen auf US-Staatsanleihen steigen auf Rekordhoch von 85 Basispunkten. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, was für einen unsinnige Aktion es ist, US-Anleihen zu versichern. Sollten die USA pleite sein, dürfte dies alle Banken mit in den Abgrund ziehen. Ein Bankrott des größten Schuldners der Welt dürfte kein Geldhaus und kein Versicherer überleben!



Rubel auf Zweieinhalbjahres-Hoch

 
Der Rückzug vieler Anleger aus dem Dollar hat am Mittwoch der russischen Valuta in die Hände gespielt. Der Wert eines Währungskorbs aus Dollar und Euro fiel auf 32,9454 Rubel und damit auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2008.
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