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GR-Rettung: Finnen wollen Pfand

Finnland lehnt seit langem eine Beteiligung an Milliardenkrediten für Griechenland ohne Sicherheiten ab. Diese Position habe Helsinki „auch auf dem Gipfel der Euro-Länder am 21. Juli bekräftigt“. Griechisches Finanzministerium: Bislang noch kein gültiger Sonderdeal mit Finnland - nur mit Zustimmung Deutschlands und anderer Euro-Länder.  

Das griechische Finanzministerium hat der Darstellung aus Helsinki widersprochen, es gebe für das zweite Hilfspaket für Griechenland bereits einen Sonderdeal mit Finnland. „Es gibt bisher noch keinen gültigen Deal. Es kann auch noch keinen geben, da unserer prinzipiellen Übereinkunft erst alle Finanzminister der Euro-Länder bei ihrem Treffen in der kommenden Woche zustimmen müssen“, sagte Elias Vergitis, Sprecher des griechischen Finanzministers, der „Welt“. Voraussetzung für eine Ausnahmeregelung sei die Zustimmung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und anderer Finanzminister der Euro-Zone. „Die Finnen tun so, als gebe es bereits einen Deal, um ihre Öffentlichkeit zu beruhigen, die gegen eine Beteiligung an jeder Griechenland-Hilfe ist. Das aber ist bisher nicht der Fall“, betonte der Sprecher.
 
Er widersprach damit einer Darstellung der finnischen Finanzministerin Jutta Urpilainen. Diese hatte erklärt, Finnland und Griechenland hätten sich bereits geeinigt, dass Athen im Gegenzug für Helsinkis Beteiligung am zweiten Kreditpaket für Griechenland ein Sonderpfand leistet und Geld auf ein Sonderkonto einzahlt, das von Helsinki verwaltet wird. Finnland werde dieses Geld in Anleihen erstklassiger Schuldner anlegen. Könne Griechenland seine Kredite 25 oder 30 Jahre später nicht zurückzahlen, werde die Regierung in Helsinki dieses Geld einbehalten. Dies würde konkret bedeuten, dass Finnland – anders als alle anderen an den Griechenland-Krediten beteiligten Euro-Länder – keinerlei Risiko eingeht, Athen geliehene Milliarden nicht zurückzubekommen.
 
Allerdings blieb offen, ob die Regierungen der anderen Euro-Länder den griechisch-finnischen Sonderweg nicht insgeheim doch schon längst abgesegnet haben. Finnland lehnt seit langem eine Beteiligung an Milliardenkrediten für Griechenland ohne Sicherheiten ab. Diese Position habe Helsinki „auch auf dem Gipfel der Euro-Länder am 21. Juli bekräftigt“, so der griechische Sprecher. „Daraufhin gab es große Turbulenzen in der Euro-Gruppe und starken Druck auf die Finnen. Die aber blieben hart.“ Um dennoch „das gesamte Kreditpaket freizubekommen“, hätten Finnlands Finanzministerin und ihr griechischer Kollege Evangelos Venizelos telefoniert und sich prinzipiell geeinigt, dass Griechenland „weniger als die Hälfte“ – zwischen einer halben und einer Milliarde Euro – des finnischen Kreditbeitrags auf das Konto einzahlen werde.
 
  Der Sprecher bezifferte die wahrscheinliche Höhe des finnischen Beitrags an Milliardenkrediten an Athen auf etwa zwei Mrd. Euro. „Die genaue Summe der griechischen Garantiezahlung steht ebenso wenig fest wie irgendwelche Daten. Vor allem müssen alle Finanzminister der Euro-Zone unserer Übereinkunft noch zustimmen.“ Ob die Finanzminister oder Regierungschefs der Euro-Zone den finnisch-griechischen Sonderweg schon nach dem stürmischen Juli-Gipfel hinter den Kulissen prinzipiell absegneten, wollte der Sprecher weder bestätigen noch dementieren. Finanzminister Venizelos habe in den vergangenen Tagen mit mehreren europäischen Finanzministern telefoniert, „auch mit Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble“.
 
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