AKTUELLE PRESSE  |  WIRTSCHAFT  |  POLITIK  |  BÖRSE  |  GOLD  |  KRYPTO  |  ETC  |  WITZIGES

Unser Börsen-Club: +1033%, +484%, +366%: Schau dir die Gewinnerliste an.

Kriminelle entern Energiemarkt

Kriminelle entern Energiemarkt: Laut Europol haben Steuerbetrüger ihre Aktivitäten vom Emissionshandel inzwischen auf den Strom- und Gasmarkt verlegt.  Dort droht ein ungleich größerer Schaden.
 
 
Berlin - Der organisierte Umsatzsteuerbetrug im Emissionshandel, über den am Montag am Landgericht Frankfurt/Main weiterverhandelt wird, hat sich inzwischen auf den Strom- und Gasmarkt verlagert. Das berichtet die in Berlin erscheinende Tageszeitung „Die Welt“ (Montagausgabe) unter Berufung auf die internationale Polizeibehörde Europol im niederländischen Den Haag.
 
„Durch die jüngsten Gesetzesänderungen in der EU ist der Emissionshandel für Steuerbetrüger unattraktiver geworden“, erklärte Europol-Sprecher Soren Pedersen der „Welt“. „Nach unseren Erkenntnissen haben sich mehrere Personen und Gruppen, die bislang im Emissionshandelsbetrug tätig waren, umorganisiert und richten ihre Aktivitäten jetzt auf andere Bereiche des Energiemarkes aus, insbesondere auf den Strom- und Gashandel.“
 
Der potenzielle Steuerschaden für den Fiskus ist dort noch höher, als er es im Bereich Emissionshandel schon war. So wurden nach Zahlen der Weltbank aus dem vergangenen Jahr weltweit CO2-Zertifikate im Volumen von 97 Mrd. Euro gehandelt. Nach der jüngsten Schätzungen der Förderation Europäischer Energiehändler (EFET) aus dem Jahr 2005 betrug das Finanzvolumen des Strom- und Gashandels aber damals schon über 600 Mrd. Euro – und ist seither mit zweistelligen Prozentsätzen pro Jahr gewachsen.
 
Der Bereich, in dem sich die Steuerbetrüger jetzt tummeln, ist also fünfmal größer als der Emissionshandel. Entsprechend höher sind die potenziellen Einnahmeausfälle für die Staatshaushalte in Europa, einschließlich des deutschen Fiskus. „Europol hat Kenntnis davon, dass es Umsatzsteuerbetrug auch im deutschen Stromhandel bereits gegeben hat“, erklärte der Sprecher der internationalen Polizeibehörde im niederländischen Den Haag weiter: „Aber wir können zu diesem Zeitpunkt keine zusätzlichen operativen Informationen veröffentlichen.“ Nach Einschätzung der Polizei lag es nahe, dass Steuerbetrüger ihre Aktivitäten im Emissionshandelsmarkt auf den Energiehandel verlagern. „Beide Märkte wurden erst vor relativ kurzer Zeit liberalisiert und haben sich seither für eine Vielzahl neuer Mitspieler geöffnet“, so Europol-Sprecher Pedersen: „Betrüger sehen darin offenbar eine gute Möglichkeit, ihre kriminellen Aktivitäten auszuweiten.“
 
Die Masche der zum Teil bereits geständigen Verdächtigen, die jetzt in Frankfurt vor Gericht stehen, lässt sich leicht auf andere Güter übertragen, auch auf Kilowattstunden und Gasmengen. Die Angeklagten gründeten Handelsfirmen und führten Emissionsrechte aus dem Ausland nach Deutschland ein und zahlten dabei regelmäßig keine Umsatzsteuer. Danach aber wurden die CO2-Rechte wie in einem „Karussell“ unter mehreren Handelshäusern herum gereicht. Am Ende der Kette aus verschiedenen Unternehmen veräußerte eine weitere Gesellschaft die Zertifikate ins Ausland und ließ sich vom Finanzamt dabei die Umsatzsteuer erstatten.
 
„Neben den Unternehmen, die in den Betrug eingeweiht sind, werden auch seriöse Marktteilnehmer in die Kette eingebunden, oftmals als letzter Abnehmer der Ware vor der Veräußerung im Einzelhandel“, heißt es beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) in Bonn. Allein im Emissionshandel sei dabei innerhalb weniger Monate europaweit ein Schaden von fünf Milliarden Euro angerichtet worden: „Die tatsächliche Summe dürfte um ein Mehrfaches höher liegen.“
 
Im Vergleich zum Emissionshandel ist der Betrug im Handel mit Strom- und Gaskontrakten aber noch einfacher, warnt das Bundeszentralamt für Steuern: „Einige Besonderheiten des Strom- und Gashandels könnten Betrugsversuche in diesen Märkten gerade attraktiv erscheinen lassen.“ So gelte hier etwa „der Sitz des entsprechenden Abnehmers als Leistungsort – dementsprechend muss nicht zwingend eine tatsächliche grenzüberschreitende Lieferung erfolgen, um einen solchen Umsatzsteuerbetrug begehen zu können.“
 
Zudem warnen die Bonner Steuerbeamten, dass der Schaden eines ausufernden Steuerbetrugs bei Strom und Gas nicht nur finanzieller Natur wäre. So würden zunächst ehrliche Marktteilnehmer „durch unlautere Konkurrenz verdrängt, die wegen der Steuerhinterziehung den Strom unter Marktpreis anbieten kann.“ In der Konsequenz sei dann „zu befürchten, dass bei Bekanntwerden derartiger Betrügereien die Legitimität des Energiehandels massiv Schaden nimmt und damit der Wettbewerb und möglicherweise auch die Sicherheit der Energieversorgung.“
 
Die zentrale Energiebörse in Deutschland, die European Energy Exchange (EEX) in Leipzig erklärte auf Nachfrage der „Welt“, sie selbst „konnte bisher keinen Umsatzsteuerbetrug bei Strom und Gas feststellen“. Allerdings sei dieser „denkbar und möglich“. Gemeinsam mit der Bundesnetzagentur habe man deshalb bereits Workshops abgehalten und Informationsgespräche mit Händlern, Netzbetreibern, Verbänden und Behörden durchgeführt. Energiehändler sollten besonders auf neue Firmen mit branchenfremden Namen achten, die schon nach kurzer Zeit millionenschwere Umsätze tätigen, verdächtig niedrige Preise anbieten und bei Nachfragen nur über Büro-Service-Adressen erreichbar seien. „Die EEX minimiert bereits im Zulassungsprozess das Risiko des Umsatzsteuerbetrugs durch das Einholen zahlreicher Informationen über Neukunden“, betonte eine Börsensprecherin.
 
Inzwischen haben die meisten europäischen Staaten, so auch Deutschland, den Steuerbetrug im Emissionshandel nahezu unmöglich gemacht: Durch die Verankerung des sogenannten „Reversed-Charge-Vefahrens“ im Gesetz wird die Umsatzsteuerschuld vom Verkäufer auf den Käufer übertragen, womit die Abführung der Umsatzsteuer auf das Ende der Steuerkette verlagert wird. Weil Steuerschuld und Vorsteuer dabei saldiert werden, ist ein Betrug durch das sogenannte Umsatzsteuerkarussell nicht mehr möglich. Doch der Gesetzgeber konnte sich noch nicht dazu durchringen, dieselbe Regelung auch im Strom- und Gashandel zu erlassen.
Wissen macht reich:  Vertrauliche Börsen-News im MM-Club

Neue Videos:

Marlene Dietrich in "Der blaue Engel" - 1. deutscher Tonfilm: YouTube

Börse 24h
Börsen News

Mein bestes Börsenbuch:

 

BITCOIN LIVE

Bitcoin + Ethereum sicher kaufen Bitcoin.de
Bitcoin News
Spenden an MMnews
BTC:
bc1qwfruyent833vud6vmyhdp2t2ejnftjveutawec

BCH:
qpusq6m24npccrghf9u9lcnyd0lefvzsr5mh8tkma7 Ethereum:
0x2aa493aAb162f59F03cc74f99cF82d3799eF4CCC

DEXWEB - We Pursue Visions

 

Aktuelle Presse

Die Aktivistin Gazelle Sharmahd, Tochter des hingerichteten Deutschen Jamshid Sharmahd, hat dem Mullah-Regime im Iran vorgeworfen, einen "Genozid - genauer: Politizid" (politische Säuberung) - an der [ ... ]

Volkswagens Konzernchef Oliver Blume fordert nach der Davos-Rede von US-Präsident Donald Trump eine selbstbewusste Linie Europas. Die EU habe auf die Zoll-Drohungen "richtig" reagiert, sagte er dem [ ... ]

Bericht: Russische Sanktionen werden durch Paketdienst umgangen

Ehemalige Mitarbeiter einer deutschen Tochterfirma der russischen Staatspost haben in Deutschland ein mutmaßlich illegales Versandsystem aufgebaut, das offenbar den Transport von EU-sanktionierten [ ... ]

Der Wirtschaftsflügel der CDU will den Rechtsanspruch auf Teilzeit abschaffen. Auf dem Bundesparteitag der Christdemokraten Ende Februar soll ein entsprechender Antrag mit dem Titel "Kein Rechtsanspruch [ ... ]

Die Mehrheit der Bürger in Deutschland fürchtet sich vor US-Präsident Donald Trump und seiner Politik. Das ergab eine Befragung des Meinungsforschungsinstituts Insa für "Bild am Sonntag".

Demnach [ ... ]

Trotz einer Rekordzahl von Baustellen will die Deutsche Bahn die Pünktlichkeit im Fernverkehr in diesem Jahr spürbar steigern. Philipp Nagl, Chef der Infrastruktursparte DB InfraGo, kündigte [ ... ]

In der Samstagabendpartie des 19. Zweitligaspieltags hat Dynamo Dresden das Ostderby beim 1. FC Magdeburg mit 2:1 gewonnen.

Die Partie begann wegen viel Pyrotechnik mit Verzögerung, entwickelte sich [ ... ]

Haftungsausschluss

Diese Internet-Präsenz wurde sorgfältig erarbeitet. Der Herausgeber übernimmt für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den aufgeführten Informationen, Empfehlungen oder Hinweisen resultieren, keine Haftung. Der Inhalt dieser Homepage ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt. Die Informationen sind keine Anlageempfehlungen und stellen in keiner Weise einen Ersatz für professionelle Beratung durch Fachleute dar. Bei Investitionsentscheidungen wenden Sie sich bitte an Ihre Bank, Ihren Vermögensberater oder sonstige zertifizierte Experten.


Für Schäden oder Unannehmlichkeiten, die durch den Gebrauch oder Missbrauch dieser Informationen entstehen, kann der Herausgeber nicht - weder direkt noch indirekt - zur Verantwortung gezogen werden. Der Herausgeber übernimmt keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen auf seiner Internet-Präsenz.

 

Vorsorglicher Hinweis zu Aussagen über künftige Entwicklungen
Die auf dieser Website zum Ausdruck gebrachten Einschätzungen geben subjektive Meinungen zum Zeitpunkt der Publikation wider und stellen keine anlagebezogene, rechtliche, steuerliche oder betriebswirtschaftliche Empfehlung allgemeiner oder spezifischer Natur dar.

Aufgrund ihrer Art beinhalten Aussagen über künftige Entwicklungen allgemeine und spezifische Risiken und Ungewissheiten; und es besteht die Gefahr, dass Vorhersagen, Prognosen, Projektionen und Ergebnisse, die in zukunftsgerichteten Aussagen beschrieben oder impliziert sind, nicht eintreffen. Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass mehrere wichtige Faktoren dazu führen können, dass die Ergebnisse wesentlich von den Plänen, Zielen, Erwartungen, Einschätzungen und Absichten abweichen, die in solchen Aussagen erwähnt sind. Zu diesen Faktoren zählen

(1) Markt- und Zinssatzschwankungen,

(2) die globale Wirtschaftsentwicklung,

(3) die Auswirkungen und Änderungen der fiskalen, monetären, kommerziellen und steuerlichen Politik sowie Währungsschwankungen,

(4) politische und soziale Entwicklungen, einschliesslich Krieg, öffentliche Unruhen, terroristische Aktivitäten,

(5) die Möglichkeit von Devisenkontrollen, Enteignung, Verstaatlichung oder Beschlagnahmung von Vermögenswerten,

(6) die Fähigkeit, genügend Liquidität zu halten, und der Zugang zu den Kapitalmärkten,

(7) operative Faktoren wie Systemfehler, menschliches Versagen,

(8) die Auswirkungen der Änderungen von Gesetzen, Verordnungen oder Rechnungslegungsvorschriften oder -methoden,

Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass die oben stehende Liste der wesentlichen Faktoren nicht abschliessend ist.

Weiterverbreitung von Artikeln nur zitatweise mit Link und deutlicher Quellenangabe gestattet.

 

© 2023 MMnews.de

Please publish modules in offcanvas position.