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Schweiz sperrt Konten

Auf Schwarzgeldkonten in der Schweiz sind demnächst bis zu 34% Steuern zu entrichten. Um den Häschern des deutschen Fiskus zu entkommen, wollen viele Deutsche ihre Konten in Zürich kündigen. Doch das geht jetzt nicht mehr: Die Bankhäuser frieren entsprechende Guthaben ein.

 

von Dirk Weckerle

Deutsche mit Schweizer Konto, welche gegenüber dem heimischen Fiskus „vergesslich“ waren, sitzen in der Falle. Wie MMnews aus zuverlässigen Quellen erfuhr, wird die Verfügungsgewalt über das eigene Konto eingeschränkt, falls der Kontoinhaber sein Geld abziehen will. Hintergrund ist das neue Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Deutschland.

 

Mit dem neuen Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Deutschland fällt Steuer auf Schweizer Konten an, die im Besitz von Deutschen sind. Die Banken haben sich verpflichtet, die Gelder zwar anonym an den deutschen Fiskus zu zahlen. Doch abgebucht wird es den Kontoinhabern.

 

Für die Einmalzahlung von bereits seit Jahren in der Schweiz liegendem Geld soll ein nomineller Steuersatz von bis zu 34 Prozent des Vermögens gelten. Die Untergrenze liegt bei 19 Prozent. Der genaue Satz hängt davon ab, wie schwarz das Schwarzgeld ist. "Wenn das Geld direkt aus einer strafbaren Handlung kommt, soll es mit einem höheren Satz besteuert werden".

 

Um dem Zugriff des deutschen Fiskus zu entfliehen, wollen viele Kunden ihre Konten nun kündigen und beispielsweise nach Singapur fliehen. Doch das geht jetzt nicht mehr. Die Banken sind in diesem Fall verpflichtet, bis zu 34% des Vermögens einzubehalten, um das deutsche Finanzamt zu befriedigen. Um Fluchtversuchen entgegenzuwirken wird die Verfügungsgewalt auf entsprechenden Konten kurzerhand eingeschränkt, das Guthaben wird eingefroren.

 

Nun sitzen Millionen Deutsche in der Schweiz in der Steuerfalle. Wer mit seinem Geld raus will, dem wird freundlich aber bestimmt mitgeteilt, dass dies nicht gehe und die Gelder entsprechend eingefroren werden, bis die Steuern gezahlt wurden. Ein einmaliger Vorgang in der Alpenrepublik.

 

Pikant: Würden die Kunden ihr Geld jetzt noch schnell abziehen, so haftet nach dem neuen Steuerabkommen die Bank für die Zahlung der deutschen Steuern. Um dem vorzubeugen schränken die Kreditinstitute die Verfügungsgewalt deutscher Kunden über ihre Konten bis auf weiteres ein.


Kernpunkte des Steuerabkommens:

  • Die Schweizer Banken leisten eine Garantiezahlung an Deutschland in Höhe von 2 Milliarden Franken.
  • Künftig werden deutsche Vermögen (bzw. deren Erträge) in der Schweiz mit 26,325 % besteuert. Die Schweizer Banken überweisen dieses Geld nach Deutschland.
  • Für Alt-Vermögen werden je nach Höhe und Anlege-Dauer 19-34 % an Steuern fällig. Die Schweizer Banken überweisen das Geld nach Deutschland, die Anonymität der Kunden wird gewahrt. Hier erwartet man in Deutschland Erträge von bis zu 20 Milliarden Euro.

 

Wie viel Geld haben die Deutschen eigentlich in der Schweiz gebunkert? Offizielle Angaben über die Schwarzgeld-Guthaben gibt es nicht. Schätzungen zufolge sollen deutsche Anleger zwischen 130 Milliarden und 180 Milliarden Euro illegal in die Alpenrepublik geschleust haben. Teils ist sogar von bis zu 280 Milliarden Euro die Rede. Es ist daher völlig offen, wie stark der deutsche Fiskus am Ende profitiert. Die Einnahmen aus der Nachversteuerung sowie aus der künftigen Abgeltungssteuer teilen sich Bund, Länder und Kommunen.

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