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Die Rettungs-Katastrophe

Der EU-Gipfel wird keine Lösung bringen sondern die Welt einen Schritt näher an den Abgrund führen. Erst wenn der letzte Euro verpulvert ist und auch der Dollar als Währung untergeht wird man feststellen, dass es keine Rettung gibt.

 

von Michael Mross

Politiker aller EU-Länder in Brüssel. Schon wieder ein Rettungsgipfel. Schon wieder Hoffnung. Und am Ende schon wieder Enttäuschungen. Wie soll es auch zu einer Lösung kommen, wenn 27 Finanzminister durcheinander reden?

Die Krisen-Manager benehmen sich wie First-Class-Passagiere auf der Tintanic. Das Schiff sinkt schon, die Holzklasse steht bereits unter Wasser - aber oben brennen die Lichter noch und die Kapelle spielt. Doch die Katastrophe ist unvermeidbar. Schlimmer noch: es gibt zu wenig Rettungsboote.

Statt Lösungen gibt es Streit. Im vielstimmigen Chor der Politiker ist keine Übereinstimmung in Sicht. So wird auch dieser Rettungsgipfel kein Resultat haben. Die Konsequenz: Chaos, Katastrophe, Kollaps.

Der Untergang wird orchestriert von den Rating-Agenturn, welche nun fast jeden Tag einen neuen Nagel in den Eurozonen-Sarg schlagen. Das sieht nicht nach Lösung aus. Kann es überhaupt eine Rettung geben?

Es ist unstreitig, dass die Welt ein Schuldenproblem hat. Die Krise ist eine Kreditkrise, welche ihren Ursprung im Geldsystem hat. Es ist jetzt müßig, darüber zu streiten, warum deutsche Banken an der Todesspirale mitgedreht haben – ob sie es freiwillig taten, oder vielleicht sogar unter Zwang handelten. Davon wird’s auch nicht besser. Das Kind ist bereits in den Brunnen gefallen.

Streitig ist jedoch, ob die Rezepte, welche Politiker rings um den Globus nun verabreichen, tatsächlich wirken, oder ob sie nur eine Art Morphium darstellen, welche dem Patienten das Sterben erleichtert.  Dieses Schicksal droht dem gesamten Finanzsystem. Denn das Euro-Problem ist kein EU-spezifisches. Es ist lediglich der Vorbote einer viel größeren Katastrophe, welche alle Währungen der überschuldeten westlichen Industrienationen ereilen wird.

Fakt ist: Schuldenprobleme können nicht mit noch mehr Schulden bekämpft werden. Doch genau darauf läuft alles hinaus. Die Frage ist nur, ob man genug neue Schuldner findet. Das dürfte schwierig werden. Bleiben am Ende nur noch die Notenbanken. Theoretisch könnte das Spiel solange weiter gehen, bis den Zentralbanken das Vertrauen entzogen wird. Doch das könnte eher früher als später passieren.

Der einzige Ausweg aus der Krise ist die Bereinigung.  Das bedeutet, dass alle ärmer werden. Daran dürfte kein Weg vorbeiführen. Wir zahlen die Zeche für den Kreditrausch der letzten Jahrzehnte. Wenn wir uns dem verweigern, dann droht der totale Zusammenbruch. Doch von Wahrheit und Bereinigung, von wirklicher Ursachenforschung ist weit und breit nichts zu sehen.

So können wir nur sehenden Auges zuschauen, wie die Politik den Karren vollends  gegen die Wand fährt. Damit steuern wir schnurstracks auf die größte Krise der modernen Menschheit zu. Was danach kommt, weiß niemand.

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