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Energiewende Chaos

Energiewende überfordert Übertragungsnetzbetreiber finanziell. „Die Errichtung von Anschlussleitungen für Offshore-Windparks lässt sich nicht in der bisherigen Form aufrechterhalten. Es gibt einen Tsunami von Anfragen, die wir unmöglich alle gleichzeitig abarbeiten können“.


Die Übertragungsnetzbetreiber fühlen sich mit der Energiewende finanziell überfordert. Besondere Probleme bereitet ihnen die Anbindung der Offshore-Windparks. „Die Errichtung von Anschlussleitungen für Offshore-Windparks lässt sich nicht in der bisherigen Form aufrechterhalten. Es gibt einen Tsunami von Anfragen, die wir unmöglich alle gleichzeitig abarbeiten können“, sagte Lex Hartman, Mitglied der Geschäftsführung beim Netzbetreiber Tennet TSO, der früheren Eon-Übertragungsnetz-Tochter, dem Handelsblatt (Dienstagausgabe). Hartman will die Herstellung von Offshore-Anschlüssen unternehmensübergreifend an eine eigene Gesellschaft auslagern. Ein entsprechendes Konzept hat Tennet heute dem Bundeswirtschaftsministerium, dem Bundesumweltministerium und der Bundesnetzagentur vorgelegt.

Die Übertragungsnetzbetreiber sind gesetzlich verpflichtet, die Windparks auf hoh! er See in ihrem jeweiligen Netzbereich ans Stromnetz an Land anzubinden. Die Netzanbindung erfordert je Windpark oft Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe. Bei den vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern Amprion, Tennet, 50Hertz und EnBW grenzen nur die Versorgungsgebiete von Tennet und 50Hertz an Nord- und Ostsee. Die beiden Unternehmen kommen mit dem Anschluss der Offshore-Parks an die Grenzen ihrer Kapitalkraft.

„Tennet in Deutschland hat einen Wert von einer Milliarde Euro. Wir haben aktuell Investitionsentscheidungen über 5,5 Milliarden getroffen. Es werden voraussichtlich mindestens weitere 15 Milliarden Euro auf uns zukommen. Dieser riesige Kapitalbedarf ist kaum mehr zu bewältigen“, sagte Hartman. Tennet muss nicht nur die Offshore-Anbindungen stemmen. Die Branche richtet sich außerdem darauf ein, zusätzlich zum bestehenden Stromübertragungsnetz ein sogenanntes Overlay-Netz aufzubauen, das mit der Technik der Hochspannungs-Gleichstromü! bertragung (HGÜ) große Strommengen ohne große Verluste direkt von den Windparks im Norden bis nach Süddeutschland transportiert. Die von Hartman geforderte unternehmensübergreifende Netzgesellschaft soll die Offshore-Anbindung und das Overlay-Netz verantworten.
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