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Syrien: Angriff?

Ex-US-Präsidentschaftskandidat John McCain ist zuversichtlich, sich mit Forderungen nach Luftangriffen auf Syrien durchzusetzen: "Das ist eine Frage der Zeit, weil das Schlachten weitergeht". - Republikaner kritisiert parteiinternes Rennen um die Präsidentschaftskandidatur. Kandidaten-Kampagnen "sehr, sehr schmutzig".


Der ehemalige US-Präsidentschaftskandidat und Senator John McCain ist zuversichtlich, dass er sich mit Forderungen nach einem internationalen Militäreinsatz in Syrien durchsetzen wird. In einem Interview mit BILD am SONNTAG sagte McCain: "Das ist eine Frage der Zeit, weil das Schlachten weitergeht." Zur Begründung seiner Haltung sagte McCain: "Ich war nie der Meinung, dazustehen und solche Dinge geschehen zu lassen, wenn man sie verhindern kann."

McCain sieht in der Syrien-Frage Parallelen zu Libyen und kritisierte in diesem Zusammenhang die Bundesregierung: "Als wir einen Eingriff in Libyen forderten, war das auch keine Mehrheitsmeinung. Und es war ganz sicher nicht die Meinung der Deutschen. Die Deutschen wollten nicht zur Beseitigung eines der brutalsten Diktatoren der Welt beitragen: Muammar al-Gaddafi. Ich habe also diese Reaktion auf meine Forderung erwartet. Derweil geht das Schlachten weiter. Häuser werden evakuiert, weil sie mit Artillerie und von Panzern beschossen werden."

Äußerungen demokratischer Politiker, nach denen ein Angriff Israels auf Iran unmittelbar bevorstünde, wies McCain zurück: "Ich bin im engen Austausch mit den Israelis, und sie sagen mir, dass sie noch keine Entscheidung getroffen haben." Zum angespannten Verhältnis zwischen Israels Ministerpräsident Netanjahu und US-Präsident Obama sagte der Republikaner: "Ministerpräsident Netanjahu hat deutlich gemacht, dass Israel eigenmächtige Entscheidungen treffen wird. Sie sehen sich einem Feind gegenüber, der sie, ich zitiere, 'von der Landkarte auslöschen' will. Präsident Obama hat gesagt, ein Iran mit Atomwaffen wäre für die USA 'unakzeptabel', und da nehme ich ihn beim Wort."

Scharf kritisierte McCain, der 2008 die Ausscheidung der Republikaner um die Präsidentschaftskandidatur gewonnen hatte und dann dem Demokraten Barack Obama unterlegen war, gegenüber BILD am SONNTAG das  derzeitige Vorwahl-Rennen in seiner eigenen Partei: "Ich denke, je länger der Aderlass in den Vorwahlen weitergeht, desto schwieriger wird es. Jeder Tag der Vorwahl mit gegenseitigen Attacken ist ein verlorener Tag, weil man sich nicht gegen den wirklichen Gegner richten kann, also Präsident Obama. Außerdem ist diese Kampagne der republikanischen Kandidaten sehr, sehr schmutzig."

Den aussichtsreichsten Bewerber Mitt Romney hält McCain für geeignet, Amtsinhaber Obama zu schlagen: "Was Romney angeht, so denke ich, dass er die Erfahrung, den Hintergrund und das Wissen hat, um den Aufschwung herbeizuführen. Denn diese Wahl wird nicht über Fragen der nationalen Sicherheit entschieden, sondern über Arbeitsplätze und die Wirtschaft. Daher denke ich, dass Romney noch gewinnen kann." McCain sagte weiter: "Aber je länger dieser Vorwahlkampf dauert, desto schwieriger wird es werden."

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