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Kein Bock auf Energiewende

Allensbach: Bundesbürger an Energiewende zunehmend desinteressiert. „Die Bürger machen sich seit jeher nur wenig Sorgen, dass es zu Versorgungsengpässen kommen könnte.“ Die Mehrheit sei zudem „fatalistisch überzeugt, dass die Preise mittelfristig unaufhaltsam steigen.“

 

Die Bundesbürger zeigen an der Energiewende ein zunehmendes Desinteresse. Nach einer neuen Allensbach-Umfrage zählt nur noch eine Minderheit die Sicherung der Energieversorgung zu den politischen Prioritäten in Deutschland. „2011, unter dem Eindruck des plötzlichen Atomausstiegs, zählten immerhin 53 Prozent der Bürger die Sicherung der Energieversorgung zu den vordringlichen Aufgaben der Bundesregierung, aktuell sind es nur noch 40 Prozent“, schreibt Allensbach-Chefin Renate Köcher in einem Gastbeitrag für die WirtschaftsWoche. In der Bevölkerung registriert die Demoskopin zudem „Unbesorgtheit und Fatalismus“ beim Thema Energie. „Die Bürger machen sich seit jeher nur wenig Sorgen, dass es zu Versorgungsengpässen kommen könnte.“ Die Mehrheit sei zudem „fatalistisch überzeugt, dass die Preise mittelfristig unaufhaltsam steigen.“

 

Gespalten sind die Bürger beim Thema regenerative Energie. Ein Jahr nach der Atomkatastrophe von Fukushima genießen erneuerbaren Energien zwar höchste Sympathie. Die „emotionale Identifikation“ mit Ökostrom geht laut Köcher so weit, dass die große Mehrheit in den nächsten Jahrzehnten am liebsten fast vollständig auf Sonne, Wind und Wasser bauen würde. „Befragt, wie man die Energieversorgung der nächsten 20, 30 Jahre vor allem sichern sollte, nennen 84 Prozent die Sonnenenergie, 75 Prozent die Windenergie und 55 Prozent die Wasserkraft“, so Köcher. Gas nennen gerade mal 19 Prozent der Bürger, Kohle 7 Prozent und Erdöl 4 Prozent.

 

Gleichzeitig aber befürworten nur noch 35 Prozent der Deutschen eine stärkere finanzielle Förderung des Ökostroms - gegenüber 44 Prozent im Sommer 2011. Auch die Bereitschaft, Energieinvestitionen vor der eigenen Haustür zu akzeptieren, ist begrenzt. So halten es gerade einmal 37 Prozent der Bürger für wichtig, die Leitungsnetze auszubauen. „Bei aller Sympathie für Windparks ist die Mehrheit noch nicht so weit, aus der Forderung nach deren Ausbau auch einen Bedarf an zusätzlichen Stromtrassen abzuleiten. Trassen durch die eigene Region würden 51 Prozent der Bundesbürger ablehnen“, schreibt Köcher in der WirtschaftsWoche.

Nach dem Energiekonzern RWE warnte auch Konkurrent E.on die Bundesregierung vor einem Scheitern der Energiewende und ihrer Ausbaupläne für Windkraft auf See. Die Stromnetzbetreiber kämen mit dem Anschluss der Windparks nicht hinterher.

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