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Türkei will private Goldbestände erfassen

Türkische Zentralbank will private Goldbestände in offiziellen Statistiken erfassen. Bankenangaben zufolge halten türkische Privathaushalte Gold im Gegenwert von fast 300 Mrd. USD. Dies entspricht rund 5.500 Tonnen.

 

von Commerzbank Commodity Research

Nachdem Gold gestern zwischenzeitlich ein 2-Wochenhoch von 1.697 USD je Feinunze erreicht hatte, kam es im Laufe des Nachmittags zu Gewinnmitnahmen, so dass Gold heute Morgen rund 20 USD niedriger notiert. Dies könnte auch auf Nachrichten aus Indien zurückzuführen sein, wo die Goldschmuckhändler weiter gegen die Erhöhung der Einfuhrsteuern auf Gold protestieren. Der landesweite Streik, an dem sich laut Angaben des Verbands der Schmuckhändler mehr als 85% der Geschäfte beteiligen, dauert mittlerweile den zwölften Tag an.

Er soll auch solange fortgesetzt werden, bis die Steuer zurückgenommen wird. Dies wurde allerdings vom indischen Finanzminister gestern nochmals ausgeschlossen. Sollten die Goldschmuckhändler wirklich ihre Drohung wahr machen, hätte dies nicht nur negative Auswirkungen auf die indischen Goldimporte im laufenden Quartal, sondern auch in den kommenden Monaten und könnte einem deutlichen Anstieg des Goldpreises zunächst entgegenstehen.

Die türkische Notenbank hat gestern den Anteil der Mindestreserve auf Türkische Lira-Einlagen, den Banken in Gold halten dürfen, von 10% auf 20% verdoppelt. Hierdurch erhöht die Notenbank u.a. ihre Goldreserven.

Privat gehaltenes Gold, welches bislang nicht „sichtbar“ war, soll auf diese Weise in den offiziellen Statistiken erfasst werden. Bankenangaben zufolge halten türkische Privathaushalte Gold im Gegenwert von fast 300 Mrd. USD. Dies entspricht bei einem Preis von 1.700 USD je Feinunze rund 5.500 Tonnen. Von daher muss die Maßnahme der türkischen Notenbank nicht zwangsläufig zu höheren Goldimporten führen.

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