AKTUELLE PRESSE  |  WIRTSCHAFT  |  POLITIK  |  BÖRSE  |  GOLD  |  KRYPTO  |  ETC  |  WITZIGES

Unser Börsen-Club: +1033%, +484%, +366%: Schau dir die Gewinnerliste an.

Energie-Wende Wahn

Mehr als 300 Unternehmen beantragen Befreiung von Stromnetzentgelten. Grüne: Belastungen für Verbraucher könnten noch weiter steigen. Aluminium- und Chemieindustrie profitieren.


Deutsche Industrieunternehmen machen in überraschend großer Zahl von einem Subventionsgeschenk der schwarz-gelben Regierung Gebrauch. Mehr als 300 Unternehmen wollen sich  von den Stromnetzentgelten befreien lassen, die Rechnung bezahlen die privaten Haushalte und das Kleingewerbe. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen hervor, die der Frankfurter Rundschau (Freitag-Ausgabe) vorliegt. Demnach haben 281 Unternehmen eine Befreiung schon für 2011 beantragt. Für 2012 sind noch einmal 47 Anträge bei den Netzagenturen eingegangen. Die Zahlen sind deutlich höher als erwartet.

 

Die Bundesregierung hatte weitgehend unbemerkt im vergangenen Sommer eine Änderung der Regeln für die Stromnetzentgelte im Gesetzespaket zur Energiewende untergebracht. Nun ist rückwirkend seit Anfang 2011 jede Firma von Netzentgelten befreit, die mindestens zehn Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr verbraucht und mindestens 7 000 Stunden pro Jahr (von 8 760) volle Leistung abnimmt.

 

Bezahlt wird die großzügige Ausnahme für die energieintensive Industrie ausgerechnet von den Kleinverbrauchern. Nur wer weniger als 100 000 Kilowattstunden pro Jahr verbraucht, muss die volle Umlage für die Industriesubvention bezahlen. Sie trifft also Kleingewerbe und Privathaushalte. Die Abgabe ist dieses Jahr von der Netzagentur aufgrund von Schätzungen auf 0,18 Cent pro Kilowattstunde inklusive Mehrwertsteuer festgelegt worden und wird mit der Stromrechnung bezahlt. Bei einem Drei-Personen-Haushalt mit 3 500 Kilowattstunden Verbrauch pro Jahr macht das 6,30 Euro aus.

 

Dabei geht die Netzagentur bislang von einem Entlastungsvolumen von 300 Millionen Euro für die Industrie aus. Die Grünen halten es für möglich, dass dieser Rahmen in Zukunft  gesprengt wird. „Die Befreiung der Höchstverbraucher ist noch großzügiger ausgefallen als befürchtet. Bei Nacht und Nebel hat die Bundesregierung ihr Lobbygeschenk vervielfacht“, sagte Ingrid Nestle, Grünen-Sprecherin für Energiewirtschaft im Bundestag, der Frankfurter Rundschau. „Der ganze Umfang der Befreiung ist immer noch nicht absehbar.“

 

Laut  Wirtschaftsministerium gab es vergünstigte Netzentgelte 2010 für lediglich 23 Firmen in Deutschland, die dadurch 33,2 Millionen Euro sparten. Von den mehr als 300 Anträgen auf die Komplettbefreiung wurden zwar erst 62 genehmigt. Doch diese Unternehmen sparen 2011 bereits 121,1 Millionen Euro ein – pro Firma  zwei Millionen Euro. Hochgerechnet auf die Gesamtzahl der Anträge könnten also weit höhere Belastungen auf die Verbraucher zukommen als bisher geplant.

 

In der Aufstellung des Ministeriums zeigt sich, welche Branchen  profitieren. Demnach sparen die Aluminiumproduzenten bereits jetzt statt knapp 18 Millionen Euro knapp 38 Millionen. Die Chemieindustrie wird mit  32 statt vorher knapp zehn Millionen entlastet. Einige Branchen erhielten vorher gar keine Beihilfe, kassieren nun aber Millionen. So ist  jetzt die Papierindustrie mit 8,8 Millionen Euro vertreten, die Elektronikbranche mit 8,9 Millionen.

 

Die Grünen-Abgeordnete Nestle sagte weiter: „Die Bundesregierung hat mit dieser Befreiung einen energiepolitischen Wahnsinn angestoßen: Wer mehr verbraucht,  wird mit Befreiung bei den Netzentgelten belohnt.“ Das großzügige Lobby-Geschenk an die Industrie ermuntere die Unternehmen weder zum Energiesparen noch sei es ein Beitrag zur Energiewende.

 

Auch der Verbraucherschutz hält nichts von der Netzentgeltbefreiung. Holger Krawinkel, Energieexperte des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, sagte: „Die Ausnahmen mit der Netzstabilität zu begründen ist genauso logisch wie einen Lastwagen von der Maut zu befreien, der die Autobahn nie  verlässt.“ Für Krawinkel ist das Geschenk an die Industrie vermutlich eine illegale Beihilfe, die es laut EU-Regeln gar nicht geben dürfe. Es seien bereits Klagen eingereicht, die hoffentlich zur Abschaffung der Befreiung führen würden.

Wissen macht reich:  Vertrauliche Börsen-News im MM-Club

Neue Videos:

Marlene Dietrich in "Der blaue Engel" - 1. deutscher Tonfilm: YouTube

Börse 24h
Börsen News

Mein bestes Börsenbuch:

 

BITCOIN LIVE

Bitcoin + Ethereum sicher kaufen Bitcoin.de
Bitcoin News
Spenden an MMnews
BTC:
bc1qwfruyent833vud6vmyhdp2t2ejnftjveutawec

BCH:
qpusq6m24npccrghf9u9lcnyd0lefvzsr5mh8tkma7 Ethereum:
0x2aa493aAb162f59F03cc74f99cF82d3799eF4CCC

DEXWEB - We Pursue Visions

 

Aktuelle Presse

Der Präsident der deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Peter Adrian, fordert die Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung für nichtarbeitende [ ... ]

Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Daniel Günther (CDU), hat sich offen für eine Diskussion über eine Einschränkung des Rechts auf Teilzeitarbeit gezeigt. "Die Lage ist [ ... ]

Bund, Länder und Kommunen wollen das Bürgergeld, den Kinderzuschlag und das Wohngeld zu einer Hilfe zusammenlegen. Das geht aus dem Bericht der Regierungskommission zur Sozialstaatsreform hervor, [ ... ]

Die Staats- und Regierungschefs mehrerer Anrainerstaaten haben sich beim dritten Nordsee-Gipfel in Hamburg auf eine engere Zusammenarbeit beim Ausbau der Offshore-Energie verständigt.

Mit der sogenannten [ ... ]

Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, hat sich in der Debatte um "Lifestyle-Teilzeit" grundsätzlich hinter die Kritik von MIT-Chefin Gitta Connemann gestellt und dennoch andere Maßnahmen [ ... ]

Kleine Beträge haben eine große Wirkung. Was früher als unbedeutende Ausgabe galt, prägt heute messbar das digitale Konsumverhalten.

Reichinnek fürchtet gesundheitliche Folgen durch Vollzeit-Pflicht

Die Fraktionsvorsitzende der Linken, Heidi Reichinnek, hat den Vorstoß der Mittelstands- und Wirtschaftsunion der CDU/CSU, das Recht auf Teilzeit einzuschränken, scharf kritisiert. "Das geht [ ... ]

Haftungsausschluss

Diese Internet-Präsenz wurde sorgfältig erarbeitet. Der Herausgeber übernimmt für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den aufgeführten Informationen, Empfehlungen oder Hinweisen resultieren, keine Haftung. Der Inhalt dieser Homepage ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt. Die Informationen sind keine Anlageempfehlungen und stellen in keiner Weise einen Ersatz für professionelle Beratung durch Fachleute dar. Bei Investitionsentscheidungen wenden Sie sich bitte an Ihre Bank, Ihren Vermögensberater oder sonstige zertifizierte Experten.


Für Schäden oder Unannehmlichkeiten, die durch den Gebrauch oder Missbrauch dieser Informationen entstehen, kann der Herausgeber nicht - weder direkt noch indirekt - zur Verantwortung gezogen werden. Der Herausgeber übernimmt keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen auf seiner Internet-Präsenz.

 

Vorsorglicher Hinweis zu Aussagen über künftige Entwicklungen
Die auf dieser Website zum Ausdruck gebrachten Einschätzungen geben subjektive Meinungen zum Zeitpunkt der Publikation wider und stellen keine anlagebezogene, rechtliche, steuerliche oder betriebswirtschaftliche Empfehlung allgemeiner oder spezifischer Natur dar.

Aufgrund ihrer Art beinhalten Aussagen über künftige Entwicklungen allgemeine und spezifische Risiken und Ungewissheiten; und es besteht die Gefahr, dass Vorhersagen, Prognosen, Projektionen und Ergebnisse, die in zukunftsgerichteten Aussagen beschrieben oder impliziert sind, nicht eintreffen. Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass mehrere wichtige Faktoren dazu führen können, dass die Ergebnisse wesentlich von den Plänen, Zielen, Erwartungen, Einschätzungen und Absichten abweichen, die in solchen Aussagen erwähnt sind. Zu diesen Faktoren zählen

(1) Markt- und Zinssatzschwankungen,

(2) die globale Wirtschaftsentwicklung,

(3) die Auswirkungen und Änderungen der fiskalen, monetären, kommerziellen und steuerlichen Politik sowie Währungsschwankungen,

(4) politische und soziale Entwicklungen, einschliesslich Krieg, öffentliche Unruhen, terroristische Aktivitäten,

(5) die Möglichkeit von Devisenkontrollen, Enteignung, Verstaatlichung oder Beschlagnahmung von Vermögenswerten,

(6) die Fähigkeit, genügend Liquidität zu halten, und der Zugang zu den Kapitalmärkten,

(7) operative Faktoren wie Systemfehler, menschliches Versagen,

(8) die Auswirkungen der Änderungen von Gesetzen, Verordnungen oder Rechnungslegungsvorschriften oder -methoden,

Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass die oben stehende Liste der wesentlichen Faktoren nicht abschliessend ist.

Weiterverbreitung von Artikeln nur zitatweise mit Link und deutlicher Quellenangabe gestattet.

 

© 2023 MMnews.de

Please publish modules in offcanvas position.