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Fusion Deutsche Bank + Commerzbank: Nimmt nun das Unheil seinen Lauf?

Die Industriepolitiker der SPD möchten die Großbanken am Nasenring in die Fusionsmanege führen. Ob damit etwas besser wird, ist ungewiss. Gewiss ist nur, dass dann Zehntausende ihren Job verlieren werden und ein "Too big to fail" entsteht - für den am Ende der Steuerzahler haftet.

 

Börsen-Zeitung: "So sehen Champions aus", Kommentar zum Bankenmarkt von Bernd Wittkowski

Nimmt nun das Unheil seinen Lauf? Es sieht ganz so aus, auch wenn der Zufall dabei Regie führte, dass die anstehenden Aufsichtsratssitzungen von Deutscher Bank und Commerzbank am selben Tag stattfinden. Wenigstens tagen die Kontrollorgane noch nicht gemeinsam!

Die Bilanzen des Jahres 2018 sind festzustellen, und die Routinetermine wurden vor einer Ewigkeit fixiert. Aber um das Thema Nummer 1 werden sich die Räte trotzdem nicht herumdrücken können und wollen, ob es auf der Agenda steht oder nicht.

Die Industriepolitiker der SPD möchten die Großbanken am Nasenring in die Fusionsmanege führen - Pardon: privatwirtschaftliche Diskussionen fair begleiten -, und selbst wenn die Vorstände das mit sich geschehen ließen, gibt es doch noch ein paar widerspenstige Stakeholder.

Etwa die den Sozialdemokraten sonst wohlgesinnten Gewerkschaften. Für sie geht es darum, einen in der deutschen Kreditwirtschaft beispiellosen Kahlschlag zu verhindern.

Finanzminister Olaf Scholz und sein Staatssekretär mit Investmentbank-Vergangenheit, Jörg Kukies, haben sich offenbar darauf festgelegt, dem Finanzplatz einen Champion verfertigen zu wollen. Doch wie sehen Champions aus? Frag nach bei Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken: Beide sind auch 2018 im Kundengeschäft ordentlich gewachsen, haben Marktanteile ausgebaut und als jeweilige Gruppe operative Ergebnisse von 10 Mrd. Euro respektive 7,6 Mrd. Euro erwirtschaftet. So sehen Champions aus.

Aber die wurden, wie Marija Kolak, die Präsidentin der Kreditgenossen, zu Recht feststellt, nicht durch Industriepolitik geformt.

Es ist mitnichten so, dass es bei den am Gemeinwohl beziehungsweise am Mitgliedernutzen ausgerichteten Verbünden in der Finanz-, Staatsschulden- und Schifffahrtskrise keine leidigen Baustellen gegeben hätte und sie nicht bis heute gäbe. Aber im Kern haben sich die dezentral aufgestellten Finanzgruppen stets ums Geschäft und die Kunden gekümmert, während manche private Adresse chronisch mit sich selbst beschäftigt war, alle naslang die Strategie änderte, sich eine teure Klage nach der anderen einhandelte oder über die verkrusteten Strukturen des hiesigen Bankenmarktes lamentierte.

Die Auslandsbanken ließen sich nicht zweimal bitten, den "abgeschotteten" Markt aufzumischen. Aber jetzt, da Blau unter Christian Sewing und Gelb unter Martin Zielke auf einem guten Weg sind und viele Altlasten unterschiedlichster Art weggeräumt haben, grätscht Berlin rein und versucht sich in Industriepolitik. Es ist nicht zu fassen.

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