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Trump triumphiert: Das Ölkartell bekommt Risse

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sorgen für ein politisches Beben. Zum 1. Mai 2026 verlassen sie die OPEC. Für die Verbraucher ist es langfristig eine gute Nachricht.

Von Meinrad Müller

Warum das OPEC-Kartell jetzt wackelt

Ein Kartell ist im Grunde eine Absprache, die im normalen Wirtschaftsleben streng verboten ist. Normalerweise müssten Firmen wie Zementhersteller oder Reifenproduzenten miteinander im Wettbewerb stehen. Wer den besten Preis bietet, gewinnt. Bei der OPEC ist das anders. Hier sprechen sich die Produzenten ab. Wir drosseln die Förderung, damit das Öl knapp wird. Denn wenn Öl knapp ist, steigt der Preis.

Die VAE wollen dieses Spiel nun nicht mehr mitspielen. Sie möchten selbst entscheiden, wie viel sie verkaufen. Die Emirate haben viel Geld in moderne Förderanlagen investiert. Sie wollen dieses Öl nun auch auf den Markt bringen, statt sich an starre Quoten aus dem Ausland zu halten. Man will das eigene Geld nicht mehr für die Preispolitik anderer opfern.

Ein unerwarteter Trump-Effekt

Für US-Präsident Donald Trump ist diese Nachricht ein großer Erfolg. Er hat die OPEC schon oft als eine Gruppe bezeichnet, die den Rest der Welt abzockt. Sein Argument war immer einfach: Die USA schützen die Golfstaaten militärisch, aber diese treiben im Gegenzug die Energiepreise für die Amerikaner nach oben. Trump hat diesen Schutz oft direkt an die Forderung nach günstigen Ölpreisen geknüpft. Dass die VAE nun ausbrechen, schwächt die Macht des Kartells massiv. Das zerstört die künstliche Verknappung. Für Trump ist das der Beweis, dass seine harte Linie Früchte trägt.

Bruderzwist mitten im Krieg

Besonders brisant ist der Zeitpunkt. Mitten im Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran riskieren die VAE den offenen Bruch mit ihren Nachbarn. Der Ausstieg ist ein Tritt gegen das Schienbein der „Brüder“ in Saudi-Arabien, Kuwait oder Katar. Bisher galt am Golf das Gesetz der Einigkeit. Man trat gemeinsam auf, um dem Rest der Welt die Preise zu diktieren.

Doch hinter der Kulisse brodelt es. Zwischen Abu Dhabi und Riad herrscht eine bittere Rivalität. Es geht um Macht, um moderne Technik und um die Frage, wer das wahre Zentrum der arabischen Welt ist. Die VAE setzen massiv auf den Westen und Israel. Sie wollen ein eigenständiges Wirtschaftszentrum sein und sich nicht mehr von Saudi-Arabien vorschreiben lassen, wie viel sie verdienen dürfen. Dass dieser Streit ausgerechnet jetzt eskaliert, während iranische Raketen die Region bedrohen, zeigt die tiefe Zerrüttung innerhalb der arabischen Allianz.

Das Dilemma der Hormus-Blockade

Trotz der neuen Freiheit gibt es ein gewaltiges Problem: Die VAE können ihr Öl aktuell kaum liefern. Die Straße von Hormus ist durch den Krieg blockiert. Es nützt den Emiraten wenig, dass sie ihr Öl nun theoretisch billiger und in größeren Mengen anbieten können, wenn die Tanker im Hafen feststecken. Das ist die große Ironie dieses Austritts. Die VAE bereiten sich auf die Zeit nach dem Krieg vor. Sie wollen in den Startlöchern stehen, um den Weltmarkt mit günstigem Öl zu fluten, sobald die Seewege wieder sicher sind. Der Austritt ist also eine Wette auf die Zukunft. Die VAE haben sich für den eigenen Profit und gegen die Treue zu ihren Nachbarn entschieden.

Das Kartell der „Öl-Brüder“ ist damit Geschichte.

Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p

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