800 Millionen wöchentliche Nutzer spannen die KI-ChatGPT vor ihre Pflüge, um schnell ihre Aufgaben beackern zu lassen, die manuell viel zu zeitaufwändig waren. Die eigene menschliche Restintelligenz zu „tunen“ wie einen alten Golf, ist ein beliebtes Spiel.
Von Meinrad Müller
17 Milliarden Dollar Ausgaben gegen nur 13 Milliarden Einnahmen
Während alle fleißig mit ChatGPT arbeiten, steht bei OpenAI eine rote Zahl. 17 Mrd. Ausgaben stehen nur 13 Mrd. Einnahmen gegenüber. Dass dies nicht lange gut gehen kann, pfeifen die Spatzen von den Dächern. Jetzt werden die ersten Investoren nervös. Die Finanzchefin Sarah Friar hat intern Alarm geschlagen: Sie fürchtet, dass das Unternehmen die gigantischen Verpflichtungen nicht bezahlen kann. War es am Ende nur eine Blase wie die New Economy 2000?
Ziele bei Nutzern und Umsatz wurden verfehlt
OpenAI, die Firma hinter ChatGPT, hat ihre Ziele klar verpasst. Man wollte die Marke von einer Milliarde wöchentlichen Nutzern knacken – Fehlanzeige. Auch beim Umsatz gab es mehrere Monate Rückschläge. Die Konkurrenz von Anthropic (Claude) und Google (Gemini) holt stark auf und nimmt Marktanteile weg. Selbst treue Abonnenten springen ab. Das sind keine guten Nachrichten kurz vor einem möglichen Börsengang.
Die 1,5-Billionen-Dollar-Wette
Sam Altman hat wie ein Spieler alles auf eine Karte gesetzt. OpenAI hat sich für bis zu 1,5 Billionen Dollar (deutsche Billion) an zukünftiger Rechenleistung verpflichtet. Die Dienstleister erhielten langfristige Aufträge, insbesondere AWS (Amazon), dem weltgrößten Betreiber von Rechenzentren. Auch Rechenchips wurden vorbestellt, alles in der Hoffnung, dass es so weitergeht wie am Start. Das ist eine Wette, dass das Wachstum ewig explodiert. Doch die Realität hinkt hinterher. Der Aufsichtsrat schaut sich die teuren Verträge jetzt genauer an. Die Geldgeber werden unruhig.
Wie bei der New Economy 2000?
Erinnern wir uns an das Jahr 2000. Damals hieß es „Internet verändert alles“. Jede Firma mit .com im Namen schoss in die Höhe. Dann platzte die Blase und viele Investoren verloren alles. Heute ist es ähnlich: KI ist mächtig und nützlich, keine Frage. Aber wenn die Kosten explodieren und die Einnahmen nicht mithalten, droht ein böses Erwachen. Viele Tech-Aktien hängen am seidenen Faden dieses Hypes.
Millionen Nutzer haben sich an die Künstliche Intelligenz gewöhnt, die vor gut drei Jahren für alle verfügbar wurde. ChatGPT war der erste. Zigfach besser als die bekannten Suchmaschinen. Als OpenAI aber anfing, die KI zu „zähmen“, wurde aus dem Rennpferd ein Ackergaul. Kritische Anfragen werden schnell politisch korrekt umgewandelt. Was witzig werden sollte, kam als langweiliger Mainstreamtext auf den Bildschirm.
Die Nutzer laufen über zu X von Elon Musk. Seine KI, www.x.com/grok, ist in der Basisversion mit 8 Dollar zudem billiger als ChatGPT mit 20 Dollar.
Der Markt ist da, die Nutzer lieben KI, ein Vertrieb um Kunden zu finden ist nicht nötig. Bessere Emails, Briefe, Geschäftsberichte und Kommentare werden gebraucht. Die menschliche Gehirnrechenleistung ist der KI haushoch unterlegen.



