Angeblicher Friedensplan: Wer genau hinter den Kulissen die Strippen gezogen hat, werden wir wohl nie erfahren. Hauptsache, unsere Energiekosten kippen. Falls nichts dazwischen kommt...
Von Meinrad Müller
1. Haben die Benzinschlucker Trump zum Einlenken gezwungen?
Wer jeden Monat 600 statt 400 Dollar fürs Tanken hinblättern musste, der wird richtig sauer. Hohe Spritpreise haben schon so manchen Präsidenten das Genick gebrochen.
2. Die US-Fracking-Bosse heulen heimlich
Kaum fließt wieder billiges Öl aus dem Persischen Golf, sinkt die Nachfrage nach teurem amerikanischen Fracking-Zeug. Die großen Ölkonzerne in Texas und ihre Lobbyisten dürften gerade ziemlich schlechte Laune haben – während der kleine Mann an der Zapfsäule endlich aufatmet.
3. Endlich wieder günstiger heizen
In 2 bis 4 Wochen dürften die Heizölpreise spürbar nachgeben. Bis zum Herbst könnten die Preise um satte 20 bis 30 Prozent runtergehen. Das wäre mal eine echte Entlastung.
4. Für Bauern günstigen Dünger - für uns günstigere Lebensmittel
Iran, Katar und Saudi-Arabien können bald wieder Kunstdünger in großen Mengen liefern. Die Preise für Urea und Ammoniak sollen um 20 bis 40 Prozent fallen. Denn ohne die kleinen Körnchen wächst nur noch die Hälfte auf dem Acker.
5. Fast 2.000 Schiffe stecken noch fest
Im Persischen Golf und im Golf von Oman warten immer noch rund 2.000 Tanker und Frachter. Viele Seeleute haben ihre Familien seit Monaten nicht gesehen, über 20.000 Menschen hängen auf den Schiffen fest. Sobald die ersten Minen geräumt sind, geht der große Run los.
6. Auch die Deutschen sollen Minen räumen - eigentlich
Iran hat Hunderte Seeminen gelegt, die jedes Schiff in die Luft jagen und versenken können. Die US-Navy hat schon mit der Räumung angefangen, Deutschland hat Hilfe angeboten: Das Minenjagdboot „Fulda“ ist bereits aus Kiel ins Mittelmeer verlegt worden. Deutschland will mit seinen Spezialisten bei der Räumung mitmachen – aber nur, wenn der Krieg wirklich vorbei ist, der Bundestag zustimmt und möglichst ein UN-Mandat da ist. Ob die „Fulda“ tatsächlich jemals in den Hormuz fährt, steht noch in den Sternen.
7. Versicherungen und Reeder bleiben vorsichtig
Die Kriegsversicherungen sind zwar billiger geworden, aber immer noch teuer. Maersk, Hapag-Lloyd und Co. sagen sinngemäß: „Wir fahren wieder – aber nur, wenn es wirklich sicher ist.“
8. Börse feiert, Gold weitgehend stabil
Der amerikanische Aktienindex S&P 500 legte um 1,8 Prozent zu, Fluglinien- und Logistik-Aktien sind im Rausch. Viele Anleger schichten von dem Edelmetall in risikoreichere Aktien um, weil die große Kriegsangst erstmal weg ist.
9. Die Golfstaaten sind stocksauer – und das aus gutem Grund
Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und die anderen sunnitischen Golfstaaten kochen vor Wut. Warum? Weil sie während des Krieges selbst massiv unter iranischen Raketen- und Drohnenangriffen gelitten haben – Öl-Anlagen, Häfen und sogar Entsalzungsanlagen wurden getroffen. Jetzt gibt Trump dem Iran Sanktionserleichterungen, eingefrorene Milliarden und mehr Ölexporte frei.
Das heißt: Der Erzfeind Iran wird wieder reich und stark – genau der Iran, der gerade noch ihre Infrastruktur beschossen hat. Die Golf-Araber fühlen sich verraten: „Wir haben den Preis bezahlt, und jetzt belohnt Washington den Aggressor.“ Sie fürchten, dass Teheran das Geld sofort in neue Raketen, Milizen und Terrorgruppen steckt. Für sie ist das kein Friedensdeal, sondern ein gefährliches Aufpäppeln des größten regionalen Feindes.
10. Der iranische Atomverzicht
Für Trump und die USA war das der mit Abstand wichtigste Punkt: Iran hat sich offiziell verpflichtet, keine Atomwaffe zu bauen. Keine weitere Uran-Anreicherung auf Waffenniveau, strengere IAEA-Kontrollen und Abbau der bereits vorhandenen hochangereicherten Bestände. Washington feiert das als historischen Erfolg.
Der Iran hat schon mehrmals Zusagen gemacht und sie anschließend fröhlich ignoriert. Ob Teheran diesmal wirklich klein beigegeben hat oder nur Zeit schinden will, wird sich erst in den nächsten Monaten zeigen.
Für den kleinen Mann sieht’s erstmal gut aus – billigeres Benzin und Heizöl wären ein echter Gewinn. Aber ich bleibe skeptisch. Solche Deals mit dem Iran haben in der Vergangenheit selten lange gehalten. Wir werden sehen, ob Trump diesmal wirklich den großen Coup gelandet hat.
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