Die mediale Euro-Rettung greift nun auf Begriffe des Totalen Krieges zurück. "Drahgi-Schwur" und Durchhalteparolen unserer geliebten Führerin nebst dem neuen französischen Sonnenkönig werden aber den Euro auch nicht mehr retten können.
von Peter Zieman
Vorgestern war es EZB-Präsident Mario Draghi, der mit Äußerungen zu einem möglichen Ankauf von italienischen beziehungsweise spanischen Staatsanleihen den Euro vermeintlich hoch geredet hat.
Euro-Führer Draghi erklärte, dass die EZB die Währungsunion mit allen erforderlichen Mitteln retten würde. Wie er das allerdings anstellen will, hat der EZB-Chef nicht verraten. - Kurz vor dem Untergang nichts anderes alles billige Floskeln, Durchhalteparolen. Kein Wunder, denn sonst wären die EZB-Mitarbeiter nebst Mario Draghi auch plötzlich arbeitslos – denn mit der Währungsunion würde auch der Euro verschwinden.
Gestern folgte dann unsere Geliebte Führerin nebst dem neuen französischen Sonnenkönig mit ähnlich zu interpretierenden Äußerungen.
Alles Propaganda, die überhaupt keine Wirkung auf die Märkte haben dürfte. Aber welche die Stützungs-Aktivitäten, die im Politbüro der Zentralbanker beschlossen wurden und sich bis gestern fortgesetzt haben, für die Öffentlichkeit maskieren sollen. Schließlich muss man der Masse doch die Illusion lassen, dass das Primat der Politik weiterhin Geltung entfalten kann – und nicht etwa die Märkte ein Eigenleben entwickeln können.
Die "Nachrichten"-Schleuder N-TV berichtete fast unterwürfig und Propaganda-mäßig vom "Draghi-Schwur" - als wenn ein Schwur überhaupt was bewirken kann in dieser Krise: "Nach dem Draghi-Schwur vom Vortag legen Deutschland und Frankreich mit einer gemeinsamen Erklärung nach. Wie der EZB-Präsident äußern sich Bundeskanzlerin Merkel und Staatspräsident Hollande demonstrativ entschlossen, alles zu tun um die Währungsgemeinschaft zu erhalten."
Auf eine solche Idee wie Draghi-Schwur muss man erst einmal kommen. Soll das etwa der neue Rütlischwur wie im Drama Wilhelm Tell sein?
Die mediale Euro-Rettung greift nun nicht nur auf Begriffe des Totalen Krieges zurück – nun wird auch noch der Freiheitswillen eines ganzen Volkes vor die Säue der Euro-Rettung geworfen.
Aber im Prinzip ist diese Nachricht sowieso nicht relevant für das Verhalten der Devisen-Märkte: Denn im Hintergrund hat sich das Politbüro der Zentralbanker untereinander abgestimmt, den Euro heute einen kräftigen Anstieg zu ermöglichen. Das ist im Zeitalter der elektronischen Druckerpressen kein Problem: Die FED und die Bank of Japan drucken frische US-Dollar beziehungsweise Yen und kaufen an den internationalen Devisen-Märkten solange Euro-Assets (wie z.B. deutsche Staatsanleihen) auf, bis der Überhang an Dollar / Yen und der Mangel an Euro den offiziellen Devisenkurs in die gewünschte Richtung gelenkt hat. Da das Politbüro die praktisch unbegrenzte Macht über das Zwangsgeld hat, können sie stets den Markt in die ihnen angenehme Richtung lenken.
Die offizielle Aussage von Draghi war also nur reine Propaganda, damit die Investoren und Experten die notwendigen Placebos erhalten. Und wie beim Pawlowschen Hund floss der erwartete Speichel.



