Lebensversicherung: Vertrauen erschüttert

Vertrauen der Deutschen in die Lebensversicherung ist erschüttert: 69 Prozent der Bundesbürger würden heute keine solche Versicherung mehr abschließen. Versicherungs-Konzern Talanx AG beklagt "kalte Enteignung" deutscher Sparer durch Niedrigzins-Politik.


74 von 90 deutschen Lebensversicherern garantieren den Garantiezins von 1,75 Prozent bis Ende 2018. Keines dieser Unternehmen will einen Antrag auf Aussetzung des Garantiezines stellen. Dies ergab eine Befraung der Unternehmen durch BILD am SONNTAG. 16 Unternehmen gaben gegenüber BILD am SONNTAG keine Garantieerklärung ab.

Die Verzinsung über den Garantiezins hinaus liegt bei Neuverträgen zwischen 1,75 und 5,22 Prozent. Mehr als die Hälfte der Unternehmen zahlen Zinsen um die 4 Prozent.

Zum Hintergrund: Wegen der aktuellen Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank schließt das Bundesfinanzministerium nicht mehr aus, dass einzelne Lebensversicherer finanzielle Probleme bekommen könnten. Erste Versicherer erwägen, bei der Finanzaufsicht BaFin den Antrag auf zeitweise Aussetzung des eigentlich unantastbaren Garantiezinses (aktuell 1,75 Prozent, bei älteren Verträgen bis zu 4 Prozent) zu stellen. Selbst eine erneute Absenkung wird nicht ausgeschlossen.

Das Vertrauen der Deutschen in die Lebensversicherung ist erschüttert. Nach einer Emnid-Umfrage im Auftrag von BILD am SONNTAG würden 69 Prozent der Bundesbürger heute keine solche Versicherung mehr abschließen. Nur 29 Prozent würden es weiterhin tun. Auch bei der Frage, ob Versicherungskonzerne die einst zugesagten Leistungen bei Lebensversicherungen in voller Höhe ausbezahlen werden, sind die Deutschen skeptisch: 66 Prozent glauben nicht an eine Auszahlung in voller Höhe. Nur 23 Prozent sind hierbei zuversichtlich. Emnid befragte am Donnerstag, den 8. November, 504 Personen bundesweit.

Die Versicherer dagegen haben es zunehmend schwerer, gute Renditen zu erwirtschaften und an die Kunden weiterzugeben. Dazu eine Sprecherin der Talanx AG (u.a. HDI Leben, Targo Leben): "Die politisch gewollte Niedrigzinspolitik zur Sanierung von Banken und Staatshaushalten wird auf dem Rücken der Menschen ausgetragen, die sich selbstverantwortlich um ihre Altersvorsorge kümmern. Wenn die private Altersvorsorge ihren Beitrag zur finanziellen Absicherung der Rentner erfüllen soll, muss die expansive Geldpolitik mittelfristig ein Ende finden, damit die kalte Enteignung der Sparer, unabhängig davon mit welchen Produkten sie für ihre Rente vorsorgen, ein Ende findet."

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