WHO diskutiert Impfpflicht


Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf, über dts NachrichtenagenturDer Europachef der Weltgesundheitsorganisation, Hans Kluge, kritisiert angesichts der steigenden Infektionsraten größere Lockerungsschritte. Die Maskenpflicht müsse beibehalten werden, sagte er dem "Handelsblatt" (Freitagsausgabe). Zudem solle der Zutritt für Restaurants oder Museen breitflächiger nur für Geimpfte, Genesene oder negativ Getestete möglich sein.

Das Impftempo nehme in vielen Ländern ab einer Impfquote von 40 bis 50 Prozent deutlich ab, so Kluge. Das reiche aber nicht annähernd aus. Deshalb müssten alle Länder versuchen, Impfzweifler zu überzeugen.

"Verzögerungen bei den Impfungen kosten Menschenleben, und sie schaden der Wirtschaft", so der Regionaldirektor. Eine Impfpflicht für einzelne Berufsgruppen will er momentan nicht: Diese sei "ein Mittel der letzten Wahl". Er sei aber nicht davon überzeugt, dass bislang alle anderen Möglichkeiten, die Impfungen zu steigern, ausgeschöpft seien.

"Wir können aber an einen Punkt gelangen, an dem die WHO eine Impfpflicht empfehlen wird." Die Gefahr bestehe jedoch, dass mit einem solchen Schritt die Anti-Impf-Bewegung gestärkt werde, sagte Klug.

Foto: Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf, über dts Nachrichtenagentur

 

 

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