Neujahrsansprache: Bundeskanzler Olaf Scholz im Wortlaut


Olaf Scholz, über dts NachrichtenagenturDie Neujahrsansprache von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) im Wortlaut: "Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger - Heute geht ein Jahr zu Ende, das einige Veränderungen mit sich gebracht hat. Eine kleine Veränderung: Heute Abend richte ich als Ihr Bundeskanzler die Neujahrsansprache an Sie. Der reibungslose, mitunter fast freundschaftliche Übergang von der alten Bundesregierung zur neuen hat überall in der Welt viel Anklang gefunden. Es ist ein gutes Zeichen für die Stärke unserer Gesellschaft.

Das Jahr 2021 hat uns alle sehr gefordert. Die Corona-Pandemie mit ihren Belastungen und tiefgreifenden Einschränkungen steckt uns allen in den Knochen. Und auch das verheerende Hochwasser in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Rheinland-Pfalz wird niemand so schnell vergessen. So schlimm beides gewesen ist - unsere Reaktion darauf enthält auch eine durch und durch erfreuliche Botschaft: Als Gesellschaft haben wir in Deutschland diese Herausforderungen entschlossen angenommen. Nach der Flut haben wir alle zusammen angepackt. Gemeinsam haben wir geholfen, aufgeräumt und mit dem Wiederaufbau begonnen. Und damit werden wir noch lange zu tun haben. Und im Kampf gegen die Pandemie haben sich inzwischen mehr als 60 Millionen in unserem Land impfen lassen - und es werden täglich mehr. Manche beklagen in diesen Tagen, unsere Gesellschaft sei "gespalten".

Ich möchte hier mit aller Deutlichkeit sagen: das Gegenteil ist richtig! Unser Land steht zusammen. Was ich überall wahrnehme, das ist eine riesige Solidarität, das ist überwältigende Hilfsbereitschaft, das ist ein neues Zusammenrücken und Unterhaken. Ausdrücklich möchte ich heute allen danken, die sich tagtäglich für unser Wohl einsetzen. Für unsere Gesundheit und für unsere Sicherheit - im Inland wie im Ausland. In Krankenhäusern, Pflegestationen, Arztpraxen oder Impfzentren, in den Polizeirevieren und bei der Bundeswehr. Ich danke Ihnen für das, was sie für unser Land, für uns alle leisten! Natürlich erleben wir im täglichen Miteinander auch unterschiedliche Meinungen und Einschätzungen. Gerade zum Thema Corona. Das ist oft anstrengend.

Aber eine starke Gemeinschaft hält Widersprüche aus - wenn wir einander zuhören. Und wenn wir Respekt voreinander haben. Uns allen ist klar: Die Pandemie ist nicht vorbei. Leider. Nach den vergangenen 21 Monaten haben wir uns so sehr danach gesehnt. Abermals muss die große Silvester-Party heute Abend ausfallen. Auch auf großes Feuerwerk müssen wir verzichten. Wir tun das, um das Virus nicht weiter zu verbreiten. Und unsere Krankenhäuser nicht zusätzlich zu belasten. Wir unterstützen damit die Arbeit der Pflegerinnen und Pfleger, der Ärztinnen und Ärzte, die auch heute Nacht Dienst tun. Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger - ich danke Ihnen auch ganz persönlich dafür, dass Sie sich bemühen, sich an die geltenden Regeln zu halten.

Klar ist: Auch die nächsten Tage und Wochen werden noch ganz im Zeichen von Corona stehen. Das Virus hat sich verändert. Eine neue Variante verbreitet sich gerade rasant. Sie haben ihren Namen gehört: Omikron. Viele fragen sich, was das für uns nun wieder heißt. Wie es nun weitergeht. Ich verspreche Ihnen, dass wir schnell und entschlossen reagieren werden. Und ich bin sehr froh, dass wir uns auf den Rat von unabhängigen Expertinnen und Experten verlassen können. Heute und in den nächsten Wochen gelten deutliche Beschränkungen, auch für private Kontakte. Denn das Virus überträgt sich in der neuen Omikron-Variante nun noch leichter. Bitte nehmen Sie diese Beschränkungen sehr ernst. Zu Ihrem Schutz, zum Schutz Ihrer Familien. Zum Schutz von uns allen.

Wir wissen, dass diejenigen, die bisher noch nicht geimpft sind, besonders gefährdet sind, sich anzustecken und lange und schwerwiegend an der Krankheit zu leiden. Ich appelliere daher noch einmal an Sie: Lassen Sie sich impfen! Ich weiß, dass manch einer und manch eine skeptisch ist. Sich sorgt, die Impfung könnte negative Folgen haben. Inzwischen sind allerdings fast vier Milliarden Menschen auf der ganzen Welt geimpft. Ohne größere Nebenwirkungen. Und unzählige Geimpfte sind Eltern von gesunden Babys geworden. Der Nutzen der Impfung ist wirklich groß. Gerade die neue Virus-Variante sollte nun den Ausschlag geben, sich impfen zu lassen. Das ist der Weg aus dieser Pandemie.

Meine Bitte: Machen Sie gleich in den nächsten Tagen einen Termin bei einem Impfzentrum, bei einem Arzt oder einer Ärztin! Nutzen Sie die Möglichkeiten, sich spontan und ohne Anmeldung impfen zu lassen! Bitte verschieben Sie es nicht auf "demnächst"! Und alle, die bereits geimpft sind, bitte ich eindringlich, sich rasch boostern zu lassen, sich die dritte Impfung zu holen. Dann sind Sie im Falle einer Ansteckung mit dem Virus besser vor einem schweren Verlauf geschützt. Jetzt kommt es auf Tempo an. Wir müssen schneller sein als das Virus! Seit Mitte November haben wir mehr als 30 Millionen Impfungen in Deutschland hingekriegt. So viele wie wohl in keinem anderen Land in der Europäischen Union. Das ist gut. Wir wollen aber noch besser werden.

Bis Ende Januar wollen wir noch einmal 30 Millionen Impfungen schaffen. Damit wir gewappnet sind gegen Omikron. Tun wir miteinander alles - aber auch wirklich alles - dafür, dass wir Corona im neuen Jahr endlich besiegen können. Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, Corona in den Griff zu bekommen - das ist die eine große Aufgabe im neuen Jahr. Die andere große Aufgabe ist es, den Grundstein dafür zu legen, dass unser Land weiter gut vorankommt. Die 20er Jahre werden zu einem Jahrzehnt des Aufbruchs. Dafür haben wir uns ehrgeizige Ziele gesetzt: In nicht einmal 25 Jahren soll Deutschland klimaneutral sein. Dafür werden wir den größten Umbau unserer Wirtschaft seit mehr als 100 Jahren voranbringen. Wir werden uns in diesem Zeitraum unabhängig machen von Kohle, Öl und Gas. Und gleichzeitig mindestens doppelt so viel Strom als heute aus Wind, Sonne und anderen erneuerbaren Energien erzeugen.

Eine gigantische Aufgabe! Damit wir sie bewältigen, stoßen wir massive Investitionen an. In neue Stromnetze, in Ladesäulen für Elektroautos, in Windanlagen, in Schienen und vieles mehr. Das schafft neuen Wohlstand und gute Arbeitsplätze. Als modernes Industrieland werden wir unsere Klimaziele erreichen. Und unsere Technologien gehören weiter zur Weltspitze. Ich bin zuversichtlich, denn wir haben alles, was es dafür braucht: gut ausgebildete Facharbeiterinnen und Facharbeiter, kluge Ingenieurinnen und Ingenieure, aktive Handwerksbetriebe und Unternehmen. Wir werden die großen Veränderungen unserer Zeit gemeinsam und miteinander meistern können. Wenn wir als Gemeinschaft zusammenhalten. Respekt, Anerkennung und gute Lebenschancen für alle sind die Voraussetzungen dafür. Eine ordentliche Bezahlung ist auch eine Frage des Respekts.

Deshalb erhöhen wir den gesetzlichen Mindestlohn im kommenden Jahr in einem großen Schritt auf 12 Euro. Und auch das ist mir wichtig: Jede und jeder muss von den Früchten der eigenen Arbeit auch im Alter ordentlich leben können. Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, Fortschritt für eine bessere Welt - dieses Ziel kann kein Land allein erreichen. Das gelingt nur, wenn die internationale Gemeinschaft zusammen daran arbeitet. Deutschland übernimmt ab morgen für ein Jahr die Präsidentschaft der Gruppe von sieben wirtschaftlich starken demokratischen Staaten - der G7. Wir werden unsere Präsidentschaft nutzen, damit dieser Staaten-Kreis zum Vorreiter wird. Zum Vorreiter für klimaneutrales Wirtschaften und eine gerechte Welt. Internationale Zusammenarbeit ist wichtig. In einer Welt mit bald zehn Milliarden Einwohnerinnen und Einwohnern wird unsere Stimme nur dann zu hören sein, wenn wir im Chor mit vielen anderen auftreten.

Deshalb arbeiten wir auch weiter am Gelingen der Europäischen Union. Unser Ziel ist ein souveränes, ein starkes Europa. Ein Europa, das nach seinen gemeinsamen Werten von Frieden, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie lebt. Für die Sicherheit in Europa ist darüber hinaus die transatlantische Zusammenarbeit unverzichtbar. Mit Blick auf die Ukraine stellen sich uns hier aktuell neue Herausforderungen. Die Unverletzlichkeit der Grenzen ist ein hohes Gut - und nicht verhandelbar. Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger, Wir stehen am Beginn eines neuen Jahrzehnts. Wir brechen auf in eine neue Zeit. Eine Zeit, die gut wird, wenn wir sie aktiv gestalten. Denn es macht einen Unterschied, dass wir unser Schicksal entschlossen selbst in die Hand nehmen! Für das Neue Jahr wünsche ich Ihnen alles Gute. Vor allem Gesundheit. Mein großer Wunsch für 2022: Bleiben wir zusammen!"

Foto: Olaf Scholz, über dts Nachrichtenagentur

Neue Videos:

Marlene Dietrich in "Der blaue Engel" - 1. deutscher Tonfilm: YouTube



Börse 24h realtime
Börsen News
Wikifolios

BITCOIN LIVE

Bitcoin + Ethereum sicher kaufen Bitcoin.de
Bitcoin News
Spenden an MMnews
BTC:
1No5Lj1xnqVPzzbaKRk1kDHFn7dRc5E5yu

BCH:
qpusq6m24npccrghf9u9lcnyd0lefvzsr5mh8tkma7 Ethereum:
0x2aa493aAb162f59F03cc74f99cF82d3799eF4CCC
Videos: Relax-Kanal
Filme / Dokus
Net-Tipps

Kleinanzeigen:

Die Duftsensation
10% Rabatt code: e9xyvch5
https://len-fragrance.com/

Höre Gottes Wort
Pastor Johannes Matutis
https://berliner-predigten.de

Italien Spitzen-Balsamico
Original, der Beste, 25 Jahre
https://balsamico.shop/de/

 

WERBEN auf MMnews

 

Der klare Blick
Medizin News
Aktuelle Presse

Eine breite Allianz von Verbänden fordert vom Bund ein 2,5 Milliarden Euro schweres Förderprogramm zur Wiederbelebung der deutschen Innenstädte. Das geht aus einem Positionspapier hervor, [ ... ]

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Freitagmorgen vorläufig 113.099 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 4,5 Prozent oder 4.909 Fälle mehr als am Freitagmorgen vor einer Woche. [ ... ]

Bauernpräsident rügt EU-Kommission wegen Pflanzenschutz-Vorgaben

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, attackiert die EU-Kommission für ihre Pläne, die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft bis 2030 pauschal [ ... ]

In keiner der größten deutschen Städte sind so viele Menschen von Armut bedroht wie in Duisburg. Die nordrhein-westfälische Stadt ist Spitzenreiter unter den 15 größten Städten [ ... ]

CDU-Fraktionsvize hält Regierungsetatentwurf für

Unionsfraktionsvize Mathias Middelberg (CDU) hat den Haushaltsentwurf von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) als "unrealistisch" bezeichnet. "Formal hält Minister Lindner mit seinem Entwurf [ ... ]

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, fordert die Bundesregierung auf, die Corona-Bürgertests komplett einzustellen. "Diese unsinnigen Tests müssen [ ... ]

Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki kritisiert die neue Landesregierung in Schleswig-Holstein dafür, direkt zum Start zwei neue Ministerposten und vier neue Staatssekretärsposten [ ... ]

Haftungsausschluss

Diese Internet-Präsenz wurde sorgfältig erarbeitet. Der Herausgeber übernimmt für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den aufgeführten Informationen, Empfehlungen oder Hinweisen resultieren, keine Haftung. Der Inhalt dieser Homepage ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt. Die Informationen sind keine Anlageempfehlungen und stellen in keiner Weise einen Ersatz für professionelle Beratung durch Fachleute dar. Bei Investitionsentscheidungen wenden Sie sich bitte an Ihre Bank, Ihren Vermögensberater oder sonstige zertifizierte Experten.


Für Schäden oder Unannehmlichkeiten, die durch den Gebrauch oder Missbrauch dieser Informationen entstehen, kann der Herausgeber nicht - weder direkt noch indirekt - zur Verantwortung gezogen werden. Der Herausgeber übernimmt keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen auf seiner Internet-Präsenz.

 

Vorsorglicher Hinweis zu Aussagen über künftige Entwicklungen
Die auf dieser Website zum Ausdruck gebrachten Einschätzungen geben subjektive Meinungen zum Zeitpunkt der Publikation wider und stellen keine anlagebezogene, rechtliche, steuerliche oder betriebswirtschaftliche Empfehlung allgemeiner oder spezifischer Natur dar.

Aufgrund ihrer Art beinhalten Aussagen über künftige Entwicklungen allgemeine und spezifische Risiken und Ungewissheiten; und es besteht die Gefahr, dass Vorhersagen, Prognosen, Projektionen und Ergebnisse, die in zukunftsgerichteten Aussagen beschrieben oder impliziert sind, nicht eintreffen. Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass mehrere wichtige Faktoren dazu führen können, dass die Ergebnisse wesentlich von den Plänen, Zielen, Erwartungen, Einschätzungen und Absichten abweichen, die in solchen Aussagen erwähnt sind. Zu diesen Faktoren zählen

(1) Markt- und Zinssatzschwankungen,

(2) die globale Wirtschaftsentwicklung,

(3) die Auswirkungen und Änderungen der fiskalen, monetären, kommerziellen und steuerlichen Politik sowie Währungsschwankungen,

(4) politische und soziale Entwicklungen, einschliesslich Krieg, öffentliche Unruhen, terroristische Aktivitäten,

(5) die Möglichkeit von Devisenkontrollen, Enteignung, Verstaatlichung oder Beschlagnahmung von Vermögenswerten,

(6) die Fähigkeit, genügend Liquidität zu halten, und der Zugang zu den Kapitalmärkten,

(7) operative Faktoren wie Systemfehler, menschliches Versagen,

(8) die Auswirkungen der Änderungen von Gesetzen, Verordnungen oder Rechnungslegungsvorschriften oder -methoden,

Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass die oben stehende Liste der wesentlichen Faktoren nicht abschliessend ist.

Weiterverbreitung von Artikeln nur zitatweise mit Link und deutlicher Quellenangabe gestattet.

 

© 2022 MMnews.de

Please publish modules in offcanvas position.