Oliver Janich Verhaftung: Hintergünde

Grund und Ursache der Verhaftung von Oliver Janich: Philippinischen Behörden ermitteln angeblich wegen des Verdachts einer Straftat. Seit dem 22. April liegt zudem ein deutscher Haftbefehl wegen öffentlicher Aufforderung zu Straftaten und Beleidigung gegen ihn vor.

 

Original Meldung SPIEGEL:

Der Verschwörungserzähler Oliver Janich ist am Mittwoch auf den Philippinen verhaftet worden. Nach SPIEGEL-Informationen ermitteln die philippinischen Behörden wegen des Verdachts einer Straftat gegen Janich. Außerdem liegt parallel seit dem 22. April ein deutscher Haftbefehl wegen öffentlicher Aufforderung zu Straftaten und Beleidigung gegen ihn vor.
 
Janich war schon vor mehreren Jahren auf die Philippinen ausgewandert und baute dort auf der Insel Tablas mit Gleichgesinnten eine Art Aussteigerprojekt auf. In der Pandemie ist er als einer der radikalsten deutschen Verschwörungsideologen und Anhänger des QAnon-Verschwörungsmythos aufgefallen. Die Staatsanwaltschaft München bestätigte, dass sie gegen Janich Ermittlungen führt. »Es besteht der Tatverdacht, dass der Beschuldigte im Jahr 2020 bzw. 2021 – jeweils öffentlich über Telegram – eine andere Person beleidigte, dazu aufrief, die Exekution einer prominenten Person durchzuführen und die Tötung damaliger Regierungsmitglieder von Bund und Ländern in der Bundesrepublik Deutschland forderte«, erklärte die Behörde.

Auf seinem Telegram-Kanal mit rund 150.000 Anhängern sprach Janich Ende 2021 etwa davon, es sei geboten, »sämtliche Regierungsmitglieder im Bund und in den Ländern standrechtlich zu erschießen«. Der bayerische Verfassungsschutz, der den aus München stammenden Janich schon länger beobachtet, bezeichnete ihn im vergangenen Jahr als »bekanntesten Vertreter der Verschwörungstheorie QAnon im deutschsprachigen Raum«.
 
Mithilfe seiner großen Reichweite verbreite Janich »rechtsextremistische Inhalte und schürt ein generelles Misstrauen seiner Anhänger gegenüber dem gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen System in Deutschland«, hieß es von der Behörde gegenüber dem SPIEGEL.

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