US-Präsident Donald Trump hatte auf einen schnellen Sieg gesetzt: massive Luftschläge, Enthauptung der Führung, Regime-Kollaps innerhalb weniger Tage. Haben die USA das Erpressungspotenzial des Irans unterschätzt?
Von Meinrad Müller
Stattdessen eskaliert der Konflikt in eine Richtung, die Washington offenbar unterschätzt hat. Iran nutzt ein Erpressungspotenzial, das den Kriegsverlauf grundlegend verändert.
Erpressungspotenzial „Schach matt“ übersehen?
Der Iran konterte mit der Blockade der Straße von Hormus. 20 Prozent des weltweiten Öls bleiben stecken, die Preise explodieren, globale Versorgungsengpässe drohen. Die Weltwirtschaft leidet und übt Druck auf die USA aus. China und ganz Asien sind mächtige Figuren auf diesem Schachbrett.
Die tödliche Trinkwasserfalle
Die Golfstaaten – Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain, Katar – versorgen bis zu 100 Millionen Menschen fast ausschließlich über Meerwasserentsalzungsanlagen. Ein einziger torpedierter Supertanker mit Hunderten Tonnen Rohöl könnte eine Ölpest auslösen, die die Ansaugrohre verseucht. Innerhalb weniger Tage stünden Metropolen ohne Trinkwasser da – eine humanitäre Katastrophe, bei der Millionen Menschen in der Wüste feststecken würden, während Flughäfen und Straßen blockiert sind.
Bürger, Touristen, Gastarbeiter: Gefangene Bauern auf dem Schachbrett
Der Luftverkehr ist weitgehend lahmgelegt: Tausende Flüge gestrichen, aus Furcht vor einem Abschuss. Zehntausende Touristen, Expats und Gastarbeiter aus Europa und Asien sitzen fest. Sie sind wie Bauern auf dem Schachbrett – eingekesselt, ohne Ausweg.
Iran bedroht fünf strategische Bereiche
Schifffahrt, Wasserversorgung, Finanzzentren, Tourismus und zivile Luftfahrt. Trump wollte ein schnelles Matt – stattdessen herrscht Zugzwang. In US-Medien mehren sich bereits Stimmen, die Verhandlungen statt weiterer Bombardements fordern. Hat die Administration das Erpressungspotenzial des Irans wirklich unterschätzt? Die nächsten Tage werden zeigen, ob das Brett noch umgedreht werden kann – oder ob der Iran das Endspiel diktiert.
In US-Medien mehren sich kritische Stimmen, die eine fehlende Exit-Strategie bemängeln und implizit Verhandlungen als Ausweg sehen. Die linksextreme New York Times schreibt: „Trump Has No Idea How to End the War With Iran“
https://www.nytimes.com/2026/03/09/opinion/iran-israel-united-states-bombing.html
Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p



