Die kubanische Regierung spricht plötzlich wieder mit Washington. Präsident Miguel Díaz Canel kündigte Gespräche mit der US-Regierung an und ließ gleichzeitig 50 Gefangene frei.
Von Meinrad Müller
Tausende Kubaner sitzen weiterhin aus politischen Gründen in den katastrophalen Gefängnissen Kubas. Das Regime steht wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand. Ein politischer Glücksfall für Havanna könnte sein, dass der amerikanische Außenminister Marco Rubio kubanischer Abstammung ist und fließend Spanisch spricht. Er kennt die Geschichte der Insel aus der eigenen Familie.
Eine Insel voller Schönheit und marodem Verfall
Kuba zog Touristen seit Jahrzehnten mit Musik, Palmen und günstigen Preisen an. Doch wer durch Havanna geht, sieht auch den Preis von Jahrzehnten Planwirtschaft. Viele Häuser stammen aus den fünfziger Jahren. Fassaden bröckeln, Balkone zerfallen und ganze Straßenzüge wirken, als hätten sie seit Jahrzehnten keinen Maurer mehr gesehen. Die Bilder erinnern viele Deutsche an ostdeutsche Städte kurz vor dem Ende der DDR. Statt Trabbis fahren dort 60 Jahre alte Straßenkreuzer.
Mitten auf der Insel liegt eine politische Kuriosität. In Guantanamo betreiben die USA seit Jahrzehnten ein Hochsicherheitsgefängnis. Ein Stück amerikanisches Territorium auf kubanischem Boden. Ein Relikt aus der Zeit des Kalten Krieges.
Als Moskau den Stecker zog
Als die Sowjetunion 1991 zusammenbrach, verlor Kuba seinen wichtigsten Schutzpatron. Jahrzehntelang hatte Moskau Öl geliefert, Kredite gewährt und die Wirtschaft künstlich stabil gehalten. Mit dem Ende der UdSSR fiel diese Unterstützung über Nacht weg. Kuba rutschte damals in eine tiefe Versorgungskrise, die auf der Insel bis heute als Sonderperiode bekannt ist.
Der Tourismus in Kuba ist zusammengebrochen
Venezuela und Iran liefern kein Öl mehr. Der Tourismus war lange die Lebensader der Wirtschaft. Doch ohne Stromkraftwerk funktioniert kein Hotel. Klimaanlagen stehen still, Küchen bleiben kalt und die Zimmer können nicht einmal gereinigt werden. Reiseveranstalter streichen Programme, Fluggesellschaften reduzieren ihre Verbindungen und immer mehr Hotelanlagen stehen leer. Die Besucher bleiben weg. Denn wenn das Öl fehlt, geht das Licht aus.
„Socialismo o Muerte“
Sozialismus oder Tod, ist ein zentrales politisches Motto in Kuba, das untrennbar mit Fidel Castro und der kubanischen Revolution verbunden ist. Jetzt aber, wo der wirtschaftliche Tod vor der Tür steht, will man doch leben und nicht sterben. Darauf einen halben Liter Cuba Libre, Cola mit karibischem Rum.
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