900 Lastwagen am Tag rollen über die Grenze nach Kuwait. Stoßstange an Stoßstange, Stunde um Stunde. In der flirrenden Hitze der Wüste zieht sich eine Kolonne wie aus einem Kriegsfilm.
Von Meinrad Müller
Was man dort sieht, ist kein normaler Handel mehr. Es ist Versorgung im Dauereinsatz. Jeder dieser Trucks bringt genau das, was gerade gebraucht wird. Ohne Umweg, ohne Verzögerung.
Der CNN-Reporter Nic Robertson stand direkt an der Grenze und beschreibt die Lage so: „Diese Lastwagen sind die neue Lebensader zwischen Saudi-Arabien und Kuwait. Hunderte Lastwagen jeden Tag bringen Lebensmittel und medizinische Versorgung.“ Die Bilder zeigen lange Reihen von Fahrzeugen, die sich durch Sand und Asphalt ziehen. Kein Schnickschnack, keine Luxusgüter. Geladen wird, was Menschen täglich brauchen.
Die Zahlen machen die Dimension greifbar. In nur zwei Wochen sind 11.024 Lastwagen allein nach Kuwait gefahren. Insgesamt mehr als 52.000 in die Golfregion. An Bord sind Mehl, Reis, Konserven, Medikamente, Verbandsmaterial und Treibstoff. Kuwait mit rund 5,1 Millionen Einwohnern ist stark auf Importe angewiesen. Wenn weniger Ware ankommt, zeigt sich das zuerst in den Supermärkten und in der Versorgung mit wichtigen Gütern.
Saudi-Arabien hat die Landroute zur entscheidenden Verbindung gemacht. Von den Logistikzentren rund um Dammam bis Kuwait-Stadt sind es etwa 400 Kilometer. Eine Strecke, die jetzt täglich befahren wird, ohne Pause. Früher war das eine gewöhnliche Handelsroute. Heute hängt daran die Versorgung eines ganzen Landes. Solange die Lastwagen rollen, bleibt der Alltag organisiert. Blieben sie aus, merkt man es sofort.
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