In drei Monaten droht womöglich eine weltweite Hungersnot! Der Mann, der die Finanzkrise 2008 schon Jahre vorher vorhersagte, schlägt auch heute Alarm: Professor Steve Keen warnt erneut in einem brisanten Interview.
Von Meinrad Müller
Der aktuelle Krieg zwischen Israel, USA und Iran könnte die Welt in eine Katastrophe stürzen, die schlimmer ist als alles bisher Dagewesene. Im Fokus steht die nur 30 Kilometer breite Meerenge von Hormus, durch die 20 bis 30 Prozent des weltweiten Öls, Düngemittels und sogar Heliums fließen. Fällt diese Meerenge aus, drohen explodierende Lebensmittelpreise, Energie-Chaos und eine Hungersnot, die schon in wenigen Monaten Millionen treffen könnte.
Keen zeichnet fünf brutale Szenarien
Er beschreibt, wie dieser Konflikt enden könnte. Seine Botschaft ist klar: Die Welt steht am Abgrund – und die meisten Politiker scheinen es nicht zu begreifen.
Szenario 1: Der totale Untergang des Irans
Israel und Trump wollen den Iran komplett zerstören. Doch das riesige Land mit seinen unterirdischen Anlagen und dezentralen Militärbasen ist kaum konventionell zu besiegen. Keen hält es für extrem unwahrscheinlich (unter 10 Prozent). Der Preis wäre grauenhaft: Wahrscheinlich müssten Atomwaffen eingesetzt werden, mit radioaktivem Fallout, der die gesamte Zivilisation bedroht.
Szenario 2: Iran legt den Golf lahm
Die gesamte Region würde unbewohnbar. Keen hält dieses Szenario für hoch wahrscheinlich. Der Iran greift die Öl- und Energieanlagen in Saudi-Arabien, Katar und Dubai an oder blockiert die Straße von Hormuz dauerhaft. Ohne Strom fallen die riesigen Entsalzungsanlagen aus. Die Golfstaaten werden zu Wüsten ohne Wasser und Klimaanlagen. Folge: 20–30 Prozent der globalen Kunstdüngerproduktion- und Ölversorgung brechen weg. Lebensmittelpreise könnten sich verdoppeln oder verdreifachen. In nur 2–3 Monaten droht in vielen Ländern echte Hungersnot. Die Weltwirtschaft rutscht in eine schwere Rezession oder sogar Depression.
Szenario 3: Die Samson-Doktrin – Israel schlägt atomar zurück
Das Szenario, das Keen am meisten fürchtet. Gerät Israel in eine existenzielle Notlage und droht zu verlieren, könnte es zur biblischen „Samson-Doktrin“ greifen: Das Land setzt seine Atomwaffen ein und reißt möglichst viele Feinde mit in den Abgrund, notfalls die ganze Region. Ein nuklearer Winter mit globalen Folgen für Ernten und Wirtschaft wäre die schreckliche Konsequenz.
Szenario 4: Iran schaltet Israels Atomwaffen aus
Für Keen das wahrscheinlichste und relativ „beste“ Szenario. Mit seinen Raketen und gut vorbereiteten Strukturen gelingt es dem Iran, Israels nukleares Arsenal stark zu schwächen oder auszuschalten, bevor es zum Einsatz kommt. Eine atomare Eskalation würde so verhindert. Dennoch: Auch hier käme es durch anhaltende Kämpfe und Lieferkettenbrüche zu massiven Energie- und Nahrungsmittelkrisen.
Szenario 5: Der Iran wird selbst zur Atommacht
Iran entwickelt oder zündet eigene Atomwaffen. Keen will das auf keinen Fall: „Lieber Szenario 4 als 5.“ Eine nuklear bewaffnete Iran würde die Spirale der Aufrüstung weiter antreiben und die Gefahr eines globalen Atomkriegs massiv erhöhen.
Keens harte Warnung an uns alle
Egal welches Szenario eintritt – die Straße von Hormus ist der wunde Punkt der Weltwirtschaft. Ohne Kunstdünger, hergestellt aus Erdgas, können wir nicht mehr Milliarden Menschen ernähren. Keen rät dringend: Legt Vorräte an, baut eigenes Gemüse an, macht euch unabhängiger von importierter Energie. Die nächste große Krise kommt nicht nur als Finanzcrash, sondern als reale Versorgungskatastrophe.
Die Uhr tickt. Die Politiker spielen mit dem Feuer und wir Bürger dürfen die Rechnung bezahlen.
Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p




